Der Technologiekonzern Apple hat den Ontariosee auf seiner Kartenanwendung Apple Maps für Nutzer in den USA in „Lake America“ umbenannt. Das Unternehmen bestätigte den Schritt der Nachrichtenagentur Reuters.
Anlass ist ein Dekret von US-Präsident Donald Trump, das den Namen des Sees in den offiziellen US-Bundesregistern ändert. Zuvor hatte bereits der Google-Mutterkonzern Alphabet die Bezeichnung in Google Maps für US-Nutzer angepasst. US-Innenminister Doug Burgum sagte dem Sender Fox Business, Trump habe sich wegen der Umbenennung „direkt an Apple“ gewandt.
Nach Angaben von Apple bekommen Nutzer in den USA künftig „Lake America“ angezeigt, nachdem die Bezeichnung im amtlichen US-Namensregister für geografische Bezeichnungen geändert wurde. Nutzer in Kanada sehen weiter „Lake Ontario“, im übrigen Ausland werden beide Namen angezeigt.
Apple folgt damit demselben Verfahren wie nach Trumps Umbenennung des Golfs von Mexiko in „Golf von Amerika“ Anfang 2025.
Kanada und New York halten am alten Namen fest
Google hatte die Anpassung in einem Unternehmensblog begründet. Man aktualisiere Google Maps nach Änderungen in offiziellen staatlichen Quellen, hieß es. Trumps Anordnung gilt ausschließlich für den amtlichen Sprachgebrauch der US-Bundesbehörden. Sie legt nicht fest, wie Kanada, internationale Gremien oder andere Organisationen den See bezeichnen.
Die Umstellung bei Google hatte am Wochenende in Kanada für Verwirrung gesorgt: Nach Angaben von CBC News zeigten kurzzeitig auch Websites einzelner kanadischer Unternehmen und Behörden den Namen „Lake America“, weil sie Kartendaten über Googles Programmierschnittstelle einbinden.
Der kanadische Premierminister Mark Carney und die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul erklärten laut Reuters kurz nach dem Dekret, sie würden den mehr als 400 Jahre alten Namen nicht ändern. Rund 52 Prozent der Wasserfläche des Ontariosees liegen in Kanada, der Rest gehört zum US-Bundesstaat New York.
Eine Mehrheit der US-Bürger lehnt die Umbenennung ab, wie eine von CBC News zitierte Umfrage von Reuters und Ipsos ergab. Auch Trumps zusätzliche Zölle auf kanadische Waren werden darin überwiegend abgelehnt. Trump hatte Kanada seit Anfang 2025 wiederholt als möglichen 51. US-Bundesstaat bezeichnet – Äußerungen, die kanadische Politiker entschieden zurückweisen.
Im Schatten des Handelsstreits
Trump begründete das Dekret Ende August mit der wirtschaftlichen und historischen Bedeutung des Sees für die USA. Das Weiße Haus verwies darauf, dass die Vereinigten Staaten in den vergangenen zehn Jahren fast vier Milliarden Dollar in den Schutz des Süßwasser-Ökosystems der Großen Seen investiert hätten und die US-Küstenwache neun der elf Eisbrecher dort stelle.
Auf seiner Plattform Truth Social hatte Trump zuvor erklärt, die USA rechneten nicht damit, künftig noch viele Geschäfte mit Ontario zu machen.
Die Umbenennung durch Trump fällt in eine Phase verschlechterter Beziehungen zwischen Washington und Ottawa. Nach dem Scheitern der Handelsgespräche setzte die US-Regierung Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar in Kraft, Kanada kündigte Gegenmaßnahmen an.
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