OWF26

Arbeiten bis zum „Zusammenbruch“? Schwesig erteilt späterer Rente klare Absage

Wie rettet man die ostdeutsche Wirtschaft? Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat einen Plan.

Christian Krampe-Piderit
2 Min
Manuela Schwesig (SPD) beim OWF26 in Bad Saarow

Manuela Schwesig (SPD) beim OWF26 in Bad Saarow

© Mike Schmidt/imago

Eine aktuelle Studie des Ifo-Instituts zeichnet ein düsteres Bild: Für Ostdeutschland werden sinkende privatwirtschaftliche Investitionen und ein weiterer Bevölkerungsrückgang prognostiziert. Als das am dünnsten besiedelte Bundesland trifft das Mecklenburg-Vorpommern besonders hart. Beim diesjährigen Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF26) in Bad Saarow bezog Schwesig nun Stellung zu den geplanten Gegenmaßnahmen des Landes.

Absage an die Rente mit 67+

Einen späteren Renteneintritt als Lösung für den Fachkräftemangel lehnte Schwesig im Gespräch mit der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung (OAZ) klar ab. „Wir werden das Fachkräfteproblem nicht dadurch lösen, dass wir die Pflegekraft oder den Dachdecker arbeiten lassen, bis sie zusammenbrechen“, sagte sie. Stattdessen setze die Landesregierung auf eine gemeinsam mit Wirtschaft und Gewerkschaften erarbeitete Fachkräftestrategie. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf Ausbildung, Qualifizierung und der gezielten Anwerbung aus dem In- und Ausland.

Milliarden für die Infrastruktur

Da die Infrastruktur des Landes vielerorts als sanierungsbedürftig gilt, kündigte Schwesig der OAZ eine Investitionsoffensive an: „Mit unserem MV-Plan werden wir in den nächsten Jahren fast zwei Milliarden in die Infrastruktur investieren.“ Beim Glasfaserausbau verzeichne das Land hingegen schon jetzt deutliche Fortschritte. Die Verfügbarkeitsquote sei von gerade einmal zwei Prozent im Jahr 2015 auf mittlerweile 64 Prozent gestiegen – und liege damit über dem Bundesdurchschnitt.

Die Ostsee-Kooperation

Einen besonderen Schwerpunkt legte Schwesig außerdem auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Ostseeraum. Deutschland habe ein größeres Handelsvolumen mit den Ostsee-Anrainerstaaten als mit den USA oder China. „Mecklenburg-Vorpommern will genau diese Chance nutzen“, sagte sie der OAZ. Als wichtiges Instrument nannte sie den alle zwei Jahre stattfindenden Baltic Sea Business Day, bei dem Unternehmer aus allen demokratischen Staaten des Ostseeraums zusammenkommen. Zudem lade das Land demnächst zur Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft nach Rostock ein – mit Lettland als offiziellem Partnerland.

Das komplette Interview lesen Sie exklusiv in der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung. Die OAZ gehört wie die Berliner Zeitung zur Ostdeutschen Medienholding GmbH.

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