Die erst im Frühjahr aufgestellten 56 Betonklötze zum Schutz der Neuen Synagoge an der Oranienburger Straße werden voraussichtlich bis Mitte Oktober stehen bleiben. Gegen den geplanten schnelleren Abbau gibt es erhebliche Bedenken des Landes- und Bundeskriminalamtes sowie der Sicherheitsabteilung der Jüdischen Gemeinde. Die umstrittenen Betonklötze werden für wenige Wochen sogar noch einmal mehrere Meter in Richtung des Gebäudes umgesetzt. "Ein riesiger Aufwand", heißt es aus Sicherheitskreisen. Es seien Spezialkräne nötig. Offiziell ist eine Nachrichtensperre verhängt worden. Ursprünglich wollte Bausenator Peter Strieder (SPD) die Klötze bereits im August entfernen lassen. Doch die Staatsschützer verlangen, dass vor einem Abbau zunächst die als Alternative für die Betonblöcke vorgesehene Reihe aus Metallpollern fertig wird. Für die Umsetzung der Klötze werden die beauftragten Baufirmen aus Sicherheitsgründen kurzfristig informiert. Dies soll noch im August geschehen. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Alexander Brenner, soll sich über die Zeitverzögerung sehr geärgert haben. Auf Nachfrage der Berliner Zeitung sagte Brenner nur: "Das Ganze ist Angelegenheit des Senats und von Strieder." Seit dem verstärkten Sicherheitsschutz müssen das Centrum Judaicum in der Neuen Synagoge, benachbarte Galerien und Lokale Umsatzeinbußen hinnehmen. Finanzielle Hilfe haben die Gewerbetreibenden nicht erhalten. Wie die Galeristin Hannelore Hintersdorf sagte, könne die Finanzbehörde die Einnahmeverluste nicht nachvollziehen. In einem Schreiben sei die Rede davon, dass es seit 2002 keine schärferen Sicherheitsmaßnahmen gegeben habe.Allein der Bau der Klötze kostete rund 100 000 Euro. Für die Umsetzung der massiven Steine wird nun eine weitere Summe in fünfstelliger Höhe fällig. Als weiterer Grund für die Zeitverzögerung wird intern ein Streit zwischen Strieder und Kultursenator Thomas Flierl (PDS) genannt. Flierl soll sich geweigert haben, aus seinem Etat die Umbaukosten zu tragen. "Wir sind mit der Sache Oranienburger Straße befasst", sagte Flierls Sprecherin Annette Walz. Es sei ein strittiger Fall.
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