Energie

Trotz US-Sanktionen: Neuer Russland-Tanker lädt offenbar Arctic LNG

Ein neuer LNG-Tanker unter russischer Flagge dockte offenbar an eine Speicherplattform für Arctic LNG 2 bei Murmansk an. Wie geht das trotz US-Sanktionen?

3 Min
Die Exportanlage für Flüssigerdgas, Arctic LNG 2, in der russischen Arktis.

Die Exportanlage für Flüssigerdgas, Arctic LNG 2, in der russischen Arktis.

© Arctic LNG 2

Russland scheint beim Export von LNG aus Arctic LNG 2 den nächsten Schritt zu gehen. Der neue Tanker „Merkuriy“ tauchte zuletzt erstmals direkt an einer Speicherplattform des Projekts in der russischen Arktis auf, das von der Biden-Regierung sanktioniert wurde.

Das Schiff legte nach Schiffsdaten des Analyseunternehmens Kpler neben der schwimmenden Speicheranlage „Saam“ bei Murmansk an. Die Plattform wird zur Lagerung von LNG aus Arctic LNG 2 genutzt. Darüber berichtet Bloomberg.

Die Entwicklung gilt als weiteres Zeichen dafür, dass Russland versucht, die Exporte aus Arctic LNG 2 trotz der US-Sanktionen wieder hochzufahren.

LNG-Tanker fährt inzwischen unter russischer Flagge

Die „Merkuriy“ hatte erst vor kurzem ihre Flagge gewechselt und fährt inzwischen unter russischer Registrierung. Gleichzeitig wechselte das Schiff laut Bloomberg den Eigentümer und wird nun von einer wenig bekannten Firma kontrolliert.

Der Tanker weist mehrere typische Merkmale sogenannter Schattenflottenschiffe auf. Er gilt als vergleichsweise alt für den LNG-Markt und wechselte zuletzt über schwer nachvollziehbare Zwischenstrukturen den Besitzer.

Zuvor war die „Merkuriy“ von Oman Ship Management Co. verwaltet worden. Laut Bloomberg sollen inzwischen auch drei weitere frühere omanische LNG-Tanker unter russischer Flagge in Richtung Arktis unterwegs sein oder dort bereits angekommen sein.

Arctic LNG 2 bleibt unter massivem Sanktionsdruck

Das Projekt Arctic LNG 2 gilt als zentral für Russlands langfristige LNG-Strategie. Vor allem der Mangel an verfügbaren Tankern sowie die Schwierigkeit, Käufer zu finden, hatten die Exporte zuletzt begrenzt. Dennoch gelang es dem Betreiber und Exporteur Novatek, mehrere Ladungen aus Arctic LNG an China zu liefern. Im April hatte Russland asiatischen Käufern laut Medienberichten LNG aus dieser Anlage mit Preisnachlässen von bis zu 40 Prozent angeboten, um trotz Sanktionen neue Abnehmer zu finden.

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Bereits Ende April hatte Bloomberg über neue Tankerbewegungen Richtung Arktis berichtet. Der aktuelle Fall gilt nun als bislang deutlichster Hinweis darauf, dass Russland neue Schiffe tatsächlich für Exporte aus Arctic LNG 2 einsetzt.

Russland nutzt hohe LNG-Preise in Asien

Gleichzeitig profitiert Russland von der angespannten Lage auf dem globalen LNG-Markt. Die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus und die Folgen des Iran-Krieges treiben die Preise vor allem in Asien nach oben.

Gerade die hohen Preise in Asien verschaffen Moskau nun offenbar neue Möglichkeiten, zusätzliche LNG-Mengen auf den Markt zu bringen. Denn ohne zusätzliche Tanker bleibt der Export aus Arctic LNG 2 weiterhin stark begrenzt.

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