Investitionen

ASML schlägt Alarm wegen Chipindustrie: „Wir verkaufen überhaupt nichts in Europa“

Ein ASML-Manager warnt vor einem Zurückfallen Europas in der Halbleiterindustrie. Der niederländische Konzern verkaufe dort derzeit keine Chipfertigungsmaschinen.

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Logo am Hauptsitz von ASML, einem der führenden Hersteller von Halbleiterproduktionsanlagen.

Logo am Hauptsitz von ASML, einem der führenden Hersteller von Halbleiterproduktionsanlagen.

© Peter Dejong/AP

Der niederländische Chipmaschinenhersteller ASML verkauft derzeit keine Chipfertigungsmaschinen in Europa. Das sagte der für öffentliche Angelegenheiten zuständige Executive Vice President von ASML, Frank Heemskerk, laut Bloomberg bei einer Veranstaltung in Amsterdam. „Wir verkaufen überhaupt nichts in Europa. Das liegt daran, dass Europa nicht investiert und keine Chipfabriken gebaut werden“, sagte Heemskerk demnach.

ASML ist nach Angaben von Bloomberg das wertvollste Unternehmen Europas und der weltweit einzige Hersteller hochentwickelter Lithografieanlagen, die für die Produktion modernster Halbleiter benötigt werden. Die Maschinen des niederländischen Unternehmens werden unter anderem von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) und Samsung Electronics eingesetzt, um komplexe Transistormuster auf Silizium-Wafer zu übertragen.

China, Indien, USA: Investitionen in Halbleiterindustrie

Bloomberg berichtet, dass im zweiten Quartal 0 Prozent der Netto-Systemumsätze von ASML auf Europa entfielen. Im Gesamtjahr 2025 hatte der Anteil Europas, des Nahen Ostens und Afrikas noch bei einem Prozent gelegen. Südkorea war demnach im ersten Halbjahr der wichtigste Absatzmarkt für die Maschinen, gefolgt von Taiwan und China.

Heemskerk zufolge investieren die USA, China und Indien derzeit stark in den Aufbau eigener Halbleiterindustrien. Diese Länder bemühten sich zudem darum, ASML zu einer Ausweitung seiner Aktivitäten zu bewegen. „Es gibt einen erbitterten Wettbewerb darum, dass wir unsere Produktion irgendwo anders ausweiten“, sagte Heemskerk laut Bloomberg. Für ASML sei entscheidend, dass Europa „einen Schritt nach vorne macht“.

EU-Kommission plant „Chips Act 2.0“

ASML und die EU-Kommission haben laut Bloomberg nach Möglichkeiten gesucht, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Technologiebranche zu stärken, Lieferketten widerstandsfähiger zu machen und die Nachfrage nach Chips anzukurbeln. Der seit 2023 geltende Chips Act sollte „die Fertigungsaktivitäten in der Union stärken“, teilte die EU-Kommission zu dem Zeitpunkt mit. Bloomberg zufolge habe das Gesetz jedoch weitgehend nicht zu Investitionen in neue Chipfabriken geführt.

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Im Juni schlug die EU-Kommission den „Chips Act 2.0“ vor. Dieser soll unter anderem „Genehmigungsverfahren beschleunigen“ und „die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Partnern“ vertiefen, hieß es in einer Erklärung der Kommission. „Wir können es uns nicht leisten, bei den Technologien, die den Betrieb unserer Krankenhäuser, die Stabilität unserer Energienetze und die Sicherheit unserer Dienstleistungen gewährleisten, von anderen abhängig zu sein“, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dazu.

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