BERLIN, 5. Januar. Die deutschen Versicherungen begrüßen die im Rahmen der Rentenreform von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) vorgesehene neue Agentur für Altersvorsorge. "Wir sind mit der Einrichtung im Prinzip einverstanden", sagte Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) der "Berliner Zeitung". Die geplante zentrale Instanz sei geeignet, unabhängig zu prüfen, ob eine private Zusatzvorsorge zukünftig staatlich gefördert werden wird oder nicht. Allerdings muss nach den Worten Brockmanns noch genauer geprüft werden, wer genau die Kosten für den Aufbau und den Betrieb der Agentur übernimmt. Das Bundesfinanzministerium hatte angekündigt, dass die Anbieter der neuen förderfähigen Produkte - also Versicherungen, Fondsgesellschaften oder Banken - den Großteil der Verwaltungskosten werden tragen müssen. Der GDV-Experte betonte, solange es sich nur um die eigentlichen Prüfungskosten handele, sei dies für die Versicherer "kein Weltuntergang". Über mögliche weiter- gehende Belastungen müsse aber noch gesprochen werden.Kritik am RentenniveauDie neue Prüfstelle, die möglicherweise im Bundesamt für Finanzen angesiedelt werden wird, soll dabei nicht nur überprüfen, welche Produkte zukünftig in den Genuss einer staatlichen Förderung kommen. Vielmehr soll die Agentur auch die konkrete Abwicklung der Zuschüsse übernehmen. Der GDV nahm auch diese Pläne positiv auf. Ursprünglich hatte die rot-grüne Regierung noch die Finanzämter für die Abwicklung vorgesehen, was wegen der komplizierten Verfahrensabläufe aber auf breite Kritik der Anbieter wie auch der Bundesländer stieß. Die Länder hatten für diesen Fall millionenschwere Mehrausgaben für Personal und Verwaltung befürchtet.Kritisch sieht der GDV dagegen die unter dem Druck der Gewerk-schaften kurz vor Weihnachten beschlossene Stabilisierung des Rentenniveaus auf nicht unter 67 Prozent. Mit diesen Plänen gefährde die Bundesregierung ihr Ziel, den Beitragssatz langfristig auf 22 Prozent zu stabilisieren, sagte Brockmann. Sollten diese Pläne Bestand haben, verspiele die Regierung die Chance zu einer wirklich grundlegenden Reform der Alterssicherung. Den Preis hätten die Kinder der heute Erwerbstätigen über weiter steigende Beitragssätze zu zahlen.Die Stellungnahme der Versicherer zur Rentenreform im Internet:www.gdv.de/meinung_aktuelles/aktueller_service/gv011200.htm
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