26 Berliner Bäder, darunter sechs Freibäder, sollen im Frühjahr und Sommer wegen der Finanznot der Stadt geschlossen bleiben. Sechs Schwimmhallen droht sogar das endgültige Aus. Das sieht ein Vorschlag der Sportsenatorin und Aufsichtsratsvorsitzenden der Berliner Bäder-Betriebe, Ingrid Stahmer (SPD), vor.Nach Aussage von Wolfgang Zügel, Sprecher der Sportverwaltung, müssen die Bäder-Betriebe in diesem Jahr mit 104,6 Millionen Mark auskommen - 22 Millionen Mark weniger, als sie gefordert hatten. Zu den Sparvorschlägen seiner Senatorin wollte sich Zügel gestern nicht äußern, um die Bürger "nicht unnötig zu verunsichern". Worauf sich der Aufsichtsrat letztendlich verständigen werde, sei derzeit unklar."Hier sind Laien am Werk gewesen", erregte sich gestern der amtierende Weddinger Bürgermeister Horst-Dieter Havlicek (CDU) über die Nachricht, daß das Freibad Plötzensee nach dem Willen von Ingrid Stahmer in diesem Jahr nicht geöffnet werden sowie das Hallenbad Gerichtstraße vom 1. Mai bis 30. September schließen soll. Allein das Freibad Plötzensee zählte im vergangenen Jahr 195 000 Besucher. "Wir lagen bei den Besucherzahlen knapp hinter dem Strandbad Wannsee", so der CDU-Politiker. Beim Bädertest der Berliner Zeitung hatte Plötzensee im vergangenen Jahr als zweitbestes Bad abgeschnitten, gleich hinter dem Strandbad Müggelsee. "Stinksauer" ist auch der Leiter der Lichtenberger Schwimmhalle Rudolf-Seiffert-Straße, Jürgen Orgis. "Wöchentlich kommen knapp 1 000 Kinder zum Schwimmunterricht zu uns. Wenn wir ab Mai schließen müssen, ist das eine Katastrophe für die umliegenden Schulen", so Orgis. Das letzte Wort wird am 22. April der Aufsichtsrat der Berliner Bäderbetriebe sprechen. +++
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