Berlin. ebs Neuer Skandal bei der Berlin Brandenburg Flughafen-Holding (BBF): Offenkundig sollte durch den Auftrag an eine Briefkastenfirma vertuscht werden, daß mit der "Leguan GmbH" das Unternehmen eines Angehörigen von Justizsenatorin Lore Maria Peschel-Gutzeit (SPD) von Gutachter-Aufträgen der Flughafen-Holding profitierte.Frau Peschel-Gutzeit ist Mitglied des BBF-Aufsichtsrats und hat entscheidenden Einfluß auf die Vergabe sämtlicher Aufträge im Zusammenhang mit der Großflughafen-Planung der Region. Ihr Sohn Rolf ist einer der beiden geschäftsführenden "Leguan"-Gesellschafter.Aufgedeckt wurde das Vertuschungsmanöver von den beiden - mittlerweile geschaßten - BBF-Managern Manfred Hölzel und Hans-Henning Romberg. Anfang Dezember informierten sie Holding-Chef Götz Herberg darüber, daß der wichtigste Berater der Holding, "WIB"-Geschäftsführer Herbert Märtin, das Hamburger Unternehmen "Leguan" des Peschel-Sohnes Rolf für ein von der BBF bezahltes Großflughafen-Gutachten eingesetzt habe. Um dies zu verschleiern, sei der Auftrag offiziell über eine Firma namens "Lanag" abgewickelt worden. Laut Hölzel/Romberg aber ist "Lanag" eine Briefkastenfirma des Peschel-Partners Thomas Müller. Gegenüber dem BBF-Aufsichtsrat schwieg Holding-Chef Götz Herberg über die brisanten Vorwürfe seiner Vorstandskollegen. Nicht aber im kleineren Lenkungsgremium der Projektplanungsgesellschaft Schönefeld (PPS), das über die Vergabe aller Großflughafen-Aufträge entscheidet. Ohne dazu ermächtigt worden zu sein, leitete die Vorsitzende dieses Gremiums, Justizsenatorin Peschel-Gutzeit, das interne Vorstandspapier prompt an den "Leguan"-Geschäftspartner ihres Sohnes weiter. Hintergrund dieses zumindest ungewöhnlichen Verhaltens: Müller sollte die Chance erhalten, zivilrechtlich gegen Hölzel und Romberg vorzugehen. Doch dessen Versuch, den Ex-BBF-Managern die "rufschädigenden" Äußerungen gerichtlich untersagen zu lassen, scheiterte vor dem Berliner Landgericht in allen Punkten. In einer ersten Reaktion sprach Justizsenatorin Lore Maria Peschel-Gutzeit von einer "gezielten Intrige" der Berliner CDU. +++
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