Gegen den Ex-Rocker Kassra Zargaran wurden offenbar konkrete Mordpläne geschmiedet. Zargaran, der sich im Zeugenschutzprogramm des Berliner LKA befindet, bestätigte in den sozialen Medien einen entsprechenden Medienbericht über eine „versuchte Tötung“.
Dem Bericht zufolge entkam der frühere Hells Angel, der „der Perser“ genannt wurde, dem Mordkomplott möglicherweise nur durch einen Zufall. Die Polizei soll vor wenigen Tagen in Nordrhein-Westfalen einen Mann festgenommen haben. Dieser Mann, zu dem die Staatsanwaltschaft bislang keine Informationen preisgibt, soll mit einem anonymen Auftraggeber über einen Mord an Zargaran kommuniziert haben. Der Auftraggeber nannte den Recherchen zufolge bei den zufällig entdeckten Chats offenbar auch den Aufenthaltsort Zargarans.
Er war Zuhälter, Schwerverbrecher und Hells Angel – und hatte einen „Liveticker“ in die Staatsanwaltschaft
2010 trat Zargaran den Hells Angels Berlin City bei. Die Gruppe unter dem Anführer Kadir Padir galt als besonders machthungrig, aggressiv und gewalttätig in der Berliner Unterwelt. Den Wendepunkt markierte der sogenannte Wettbüro-Mord im Januar 2014 in Reinickendorf: Zargaran war an der Tat beteiligt, drückte selbst aber nicht ab. 2014 musste er sich zusammen mit neun weiteren Mitgliedern vor Gericht verantworten und sagte dabei als Kronzeuge aus. Er saß zehn Jahre in Haft. Heute klärt er über die Unterwelt auf – und ihre Verbindungen in Justiz und Politik.
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