Das Buch „Ausradiert? Wie die Literatur der DDR verschwand“ handelt vom Abbau des ostdeutschen Literaturbetriebs nach dem Ende der DDR, wie die Stadtbibliothek Magdeburg mitteilte. Millionen Bücher wurden vernichtet, Verlage für wenige D-Mark verkauft, Bibliotheken geschlossen. Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek im Breiten Weg 109.
Gansel sieht in der damaligen Bewertung der Werke vor allem ideologische, nicht ästhetische Maßstäbe. Autorinnen und Autoren seien pauschal als staatsnah oder staatsfern eingeteilt und aus dem kollektiven Gedächtnis verbannt worden. Er plädiert für eine differenzierte Rehabilitierung der DDR-Literatur. An Brigitte Reimann, Christa Wolf und Ulrich Plenzdorf zeigt er, warum der Westen im Osten bis heute oft als dominant empfunden werde.
Gansel, 1955 in Güstrow geboren, studierte in der DDR Germanistik und Slawistik. Nach der Wende war er über Jahrzehnte der einzige Ostdeutsche auf einem Lehrstuhl für Deutsche Literatur an einer westdeutschen Universität. Durch den Abend führt der Literaturwissenschaftler und Kulturmanager Paul Werner Wagner. Partner der Lesung ist die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt.
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Der Eintritt zur Lesung in der Zentralbibliothek ist frei.
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