Die privaten Pächter der Berliner Naturbäder an Havel und Spree sollen die Eintrittspreise selbst festlegen können. Das sagte Bildungs- und Sportsenator Klaus Böger (SPD) am Freitag. Die Bäder sollen jetzt ausgeschrieben und nach Möglichkeit noch vor dem Sommer an private verpachtet werden. Würden den Pächtern aber von Seiten des Landes Preisvorgaben gemacht werden, müsse die öffentliche Hand auch einspringen, sagte er, zum Beispiel für kostenfreie Schulschwimmstunden. Die übrigen Hallen- und Freibäder sollen einzeln ausgeschrieben werden. Der Senat hofft vor allem, auf diese Weise den Sanierungsbedarf der Bäder in Höhe von rund 116 Millionen Euro abwälzen zu können. In den vergangenen Jahren hätten die Bäderbetriebe die Instandhaltung ihrer Anlagen vernachlässigt, sagte Senator Klaus Böger. Das Personal von 1 030 Mitarbeitern solle bei den Bäderbetrieben bleiben. Per Gestellungsverträge könnten die Schwimmmeister und Hausmeister an die Pächter ausgeliehen werden, sagte Böger. Mit der Zeit werde dann das Personal des Landes abgebaut, die Stellen eingespart. Für das Sport- und Erholungszentrum wird ein neuer Eigentümer gesucht. Von 2003 an werde es für das defizitäre Bad keine Zuschüsse mehr geben. Bislang gibt das Land rund 4,5 Millionen Euro jährlich für das SEZ aus. Wenn es bis 2003 nicht privatisiert werden kann, "wird es geschlossen", sagte Böger. (tom.)
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