Nach den Ausschreitungen in der Frankfurter Innenstadt hat die Polizei gemeinsam mit der Stadt Bilanz gezogen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Demnach wurden mehr als 100 Polizeibeamte verletzt. Ein Beamter erlitt schwere Verletzungen: Nach Angaben von Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) verlor er Zähne durch einen Steinwurf ins Gesicht.
Die Polizei nahm nach Angaben Posecks 54 Menschen im Alter zwischen 13 und 29 Jahren fest. Diese hätten „überwiegend die deutsche Staatsangehörigkeit“. Er sagte laut dpa, die Polizei gehe von etwa 1000 bis 1500 gewaltbereiten Störern aus und kündigte eine konsequente Aufarbeitung und Strafverfolgung an. „Diese Tätergruppe war überwiegend migrantisch geprägt. Und auch damit müssen wir uns auseinandersetzen“, sagte er demnach.
Nach Angaben der Einsatzleitung wurden 87 Strafanzeigen gestellt. Es gab 366 Personenkontrollen und 1225 Platzverweise. Insgesamt wurden 17 Geschäfte beschädigt, fünf geplündert, hieß es. Zeitweise waren bis zu 1300 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Wie viele Demonstranten verletzt wurden, ist laut dpa bislang unklar. Auch die Höhe des entstandenen Sachschadens steht noch nicht fest.
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Ausschreitungen nach Demonstration
Nach zunächst weitgehend friedlichen Demonstrationen war es in Frankfurt am Main am Samstagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Randalierer griffen laut Polizei Einsatzkräfte an, beschädigten Geschäfte und plünderten mehrere Läden, wie AFP berichtet.
Nach Angaben der Polizei warfen Angreifer unter anderem Molotowcocktails auf Einsatzkräfte und zerstörten die Schaufenster mehrerer Geschäfte. Betroffen war auch ein Waffengeschäft. Die Polizei stellte dpa zufolge dort entwendete Schreckschusswaffen sicher. Außerdem seien AFP zufolge Mülltonnen in Brand gesetzt und Läden geplündert worden.
Bis zum frühen Morgen hatte sich die Lage laut dpa beruhigt. Jedoch sei die Polizei auch am Sonntag weiterhin in Frankfurt im Einsatz. Neben der Begutachtung der Schäden sollten insbesondere die betroffenen Geschäfte geschützt werden. Ein Polizeisprecher sprach demnach von „erheblichen“ Schäden, die jedoch noch nicht beziffert werden könnten.
Zehntausende bei Protesten in Deutschland
Die Ausschreitungen ereigneten sich im Anschluss an bundesweite Demonstrationen der Jugendinitiative „Gen Z regelt“. Die Bewegung hatte in mehr als 30 Städten zu friedlichen Protesten aufgerufen. Sie fordert unter anderem bessere Bildung, mehr soziale Gerechtigkeit und Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten.
In Frankfurt beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 8000 Menschen an einem Demonstrationszug. Die Veranstalter bezifferten die Teilnehmerzahl auf 10.000, wie der hr laut AFP berichtete. Gegen 18.20 Uhr löste die Polizei die Versammlung demnach nach wiederholten Angriffen auf Einsatzkräfte auf.
Auch in einigen anderen Städten kam es zu Vorfällen. In Köln gab es laut dpa ebenfalls Ausschreitungen, in Berlin wurden Flaschen und Böller geworfen. Bundesweit gingen zehntausende Menschen auf die Straße.
Politiker kritisieren Ausschreitungen
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) verurteilte die Vorfälle. „Ich bin schockiert von den Gewaltexzessen in Frankfurt, die nicht ohne Konsequenzen bleiben werden“, erklärte er laut dpa. Auch Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) kündigte demnach ein konsequentes Vorgehen an.
Die Initiative „Gen Z regelt“ distanzierte sich von den Ausschreitungen. Ein Sprecher erklärte gegenüber der dpa, die Bewegung habe keinen Einfluss auf die Ereignisse nach dem Ende der Kundgebungen gehabt. In einer Stellungnahme auf Instagram erklärte die Initiative demnach, sie distanziere sich von „jeglicher Form der Gewalt sowie von gewalttätigen Handlungen anderer Gruppen oder Einzelpersonen“, die nicht Teil der Demonstrationen waren. (mit dpa, AFP)
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