Migration

Australien verschärft Visa-Regeln für Studenten und Backpacker

Die Regierung will Familiennachzug und Visawechsel begrenzen. Zugleich geht sie schärfer gegen Menschen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis vor.

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Wanderer an der Pazifikküste bei Sydney im australischen Bundesstaat New South Wales

Wanderer an der Pazifikküste bei Sydney im australischen Bundesstaat New South Wales

© Lars Schneider/imago

Australien verschärft die Einreiseregeln für ausländische Studierende, Backpacker und Besucher. Internationale Studierende dürfen künftig in der Regel weder Partner noch Kinder mitbringen, wie Innenminister Tony Burke am Donnerstag nach Berichten von Reuters und Guardian Australia ankündigte.

Ausnahmen soll es für bestimmte Studierende aus pazifischen und südostasiatischen Staaten geben. Studienvisa können künftig nur verlängert werden, wenn die Betroffenen auf eine höhere Qualifikationsstufe wechseln. Damit will die Mitte-links-Regierung das sogenannte Visa-Hopping eindämmen, bei dem Menschen durch neue Studiengänge ihren Aufenthalt verlängern.

Im vergangenen Jahr stellte Australien nach Angaben des Guardian mehr als 337.000 Studienvisa aus. Rund 45.000 davon entfielen auf Partner, Kinder oder andere Angehörige. Australiens Einnahmen aus der Ausbildung ausländischer Studierender und deren Ausgaben im Land beliefen sich im Jahr bis Juni 2025 nach Angaben von Reuters auf 53,6 Milliarden australische Dollar, umgerechnet rund 38 Milliarden Euro.

Losverfahren für Backpacker

Für Backpacker soll künftig ein Losverfahren eingeführt werden, wenn sie ihr Working-Holiday-Visum für ein zweites oder drittes Jahr verlängern wollen. Die vorgeschriebene Arbeit in ländlichen Regionen bleibt bestehen. Reisende aus Großbritannien sind aufgrund eines Freihandelsabkommens von den Obergrenzen und der Pflicht zur Regionalarbeit ausgenommen.

Zudem sollen alle Besuchervisa mit der Auflage „no further stay“ („kein weiterer Aufenthalt“) versehen werden. Damit könnten Besucher während ihres Aufenthalts grundsätzlich kein anderes Visum mehr beantragen. „Wer nur vorübergehend nach Australien kommen will, soll ein befristetes Visum beantragen. Wer dauerhaft kommen will, soll ein dauerhaftes Visum beantragen“, sagte Burke laut Reuters.

Die Regierung will außerdem 100 zusätzliche Kontrollkräfte einstellen und schärfer gegen Menschen ohne gültiges Visum vorgehen. Eine frühere Corona-Quarantäneeinrichtung in Melbourne könnte künftig als Abschiebehaftanstalt dienen. Bei Fachkräftevisa sollen Bewerber aus Gesundheit, Bauwesen, Bildung und Strafverfolgung bevorzugt werden.

Zuwanderung bereits gesunken

Die Nettozuwanderung soll von derzeit rund 292.000 Menschen auf 245.000 im laufenden Finanzjahr und 225.000 im Finanzjahr 2027/28 sinken. Nach neuen Daten des australischen Statistikamts lag sie im Jahr bis Ende März bei 292.100 und damit 5,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Jahr 2023 hatte sie mit 518.000 einen Höchststand erreicht.

Universities-Australia-Chef Luke Sheehy warnte im australischen Sender ABC, die erneuten Einschränkungen untergrüben das Vertrauen in die internationale Bildung als wichtigen Wirtschaftszweig. Wirtschaftsverbände begrüßten dagegen die stärkere Ausrichtung auf benötigte Fachkräfte.

Burke wies laut Reuters den Vorwurf zurück, die Regierung reagiere mit den Verschärfungen auf die steigenden Umfragewerte der rechtsnationalen Partei One Nation.

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