Anfang 2025 haben rund 330.000 deutsche Staatsbürger in der Schweiz gelebt. Damit ist die Eidgenossenschaft der beliebteste Wohnort von Deutschen im europäischen Ausland, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Nach den Italienern stellen die Deutschen die zweitgrößte Gruppe ausländischer Staatsangehöriger in der Schweiz.
Die Zahl wächst weiter: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Behörden 6300 zusätzliche Deutsche mit Wohnsitz in der Schweiz, ein Plus von 1,9 Prozent. Innerhalb von zehn Jahren erhöhte sich der Bestand um etwa 32.000 Personen oder 10,7 Prozent.
Auf Platz zwei der europäischen Auswanderungsziele folgt Österreich. Dort hatten Anfang 2025 rund 240.000 Deutsche ihren Wohnsitz – sie bilden damit die größte Gruppe ausländischer Staatsangehöriger im Land. Das Wachstum fällt hier sogar stärker aus als in der Schweiz: Gegenüber 2024 kamen etwa 6700 Personen hinzu, ein Zuwachs von 2,9 Prozent. Über einen Zeitraum von zehn Jahren stieg die Zahl der Deutschen in Österreich um 69.000 oder 40,5 Prozent.
Die Statistiker führen die Beliebtheit beider Nachbarländer auf naheliegende Faktoren zurück: „Die Schweiz und Österreich grenzen beide an Deutschland. Zudem ist Deutsch dort Amtssprache, somit entfällt die Sprachbarriere.“ Die Gründe für den Wegzug Einzelner wurden in der Auswertung nicht erhoben.
Trendwende in Spanien
In Spanien lebten Anfang 2025 gut 131.800 Deutsche. Das Land hatte über Jahre einen Rückgang verzeichnet – erst seit 2022 wachsen die Zahlen wieder. Im Vergleich zum Vorjahr kamen 3800 Personen hinzu, ein Plus von drei Prozent. Im Zehnjahresvergleich liegt der Bestand mit einem Minus von 2,4 Prozent oder rund 3000 Personen jedoch weiterhin unter dem Niveau von vor einer Dekade.
Deutliche Unterschiede zeigen sich in der Altersstruktur. In Österreich gehörten rund 13,3 Prozent der dort lebenden Deutschen zur Altersgruppe der 65-Jährigen oder Älteren. In Spanien lag dieser Anteil mit 26,8 Prozent doppelt so hoch. Während Österreich also vor allem jüngere Auswanderer anzieht, ist Spanien stärker von älteren Deutschen geprägt.
Die Daten stammen von der EU-Statistikbehörde Eurostat sowie vom Schweizer Bundesamt für Statistik (BFS). Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen nicht für alle Länder aktuelle Zahlen vor. Deutsche, die zusätzlich die Staatsangehörigkeit ihres Wohnlandes besitzen, wurden in der Auswertung nicht erfasst.
Studie 2026: Junge Deutsche denken ans Auswandern – Frust über Job, Mieten, Politik
Goodbye, Deutschland! Auswanderer erzählen, warum sie ihre deutsche Heimat verlassen haben
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]