Die italienische Marine hat ein Handelsschiff durch die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab begleitet. Die Fregatte „Carlo Bergamini“ eskortierte die „Jolly Oro“ auf ihrer Fahrt Richtung Norden, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die italienische Marine berichtete. Die Eskorte soll nach Angaben der Marine etwa zwei Tage dauern.
Die „Carlo Bergamini“ ist demnach im Rahmen der EU-Mission Aspides im Einsatz. Die Begleitung entspreche den Aufgaben der europäischen Mission, teilte die italienische Marine laut Ansa mit. Die Aktion sei ein „konkretes Signal“ für die Bedeutung, die Sicherheit der Handelsschifffahrt in der Region weiterhin genau im Blick zu behalten.
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Crosetto: Wollen nicht auf EU-Entscheidung warten
Die seit 2024 bestehende EU-Mission Aspides umfasst den Schutz von Schiffen vor Angriffen, die Begleitung von Schiffen sowie die Beobachtung der maritimen Lage und den Austausch von Informationen über mögliche Gefahren, wie der Europäische Auswärtige Dienst (EEAS) auf seiner Website erklärt.
Italien hatte am Donnerstag angekündigt, seine Handelsschiffe angesichts der angespannten Lage in der Meerenge schützen zu wollen. Verteidigungsminister Guido Crosetto erklärte laut dpa, Italien wolle dabei nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der EU warten.
„Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Bürokratie Entscheidungen verzögert und eine ohnehin schon komplexe Situation verschärft wird“, sagte er dem Bericht zufolge.
Crosetto richtet Schreiben an Kallas
Am Freitag rief Crosetto nach Angaben von Ansa in einem Schreiben an die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas dazu auf, die Mission Aspides zu verstärken. Dafür sollten weitere Länder zusätzliche Marineschiffe bereitstellen, damit die Schifffahrt durch Bab al-Mandab aufrechterhalten werden könne. Italien sei dem Bericht zufolge bereit, auf Anfrage eine zweite Fregatte zu entsenden. Die anderen Staaten müssten sich allerdings an den Kosten des Einsatzes beteiligen.
Kaja Kallas verurteilte am Freitag Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien. Diese seien „inakzeptabel“, schrieb sie auf X und fügte hinzu: „Angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage hat die EU-Mission Aspides die Alarmbereitschaft ihrer Schiffe erhöht, während sie ihre Eskortierungsaufgaben fortsetzt.“
Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Die Meerenge ist Teil der wichtigsten Schifffahrtsverbindung zwischen Europa und Asien. Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hat ihre Präsenz und Kontrolle entlang der jemenitischen Küste zuletzt ausgeweitet, wie die dpa berichtete. (mit dpa)
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