Sparmaßnahmen

Bäckereien in Berlin und Brandenburg: Weniger Brot und Kuchen wegen hoher Energiepreise

Energie ist so teuer wie nie – Bäckereien reduzieren daher mitunter ihr Angebot im Laden. Jetzt hoffen Bäcker auf Hilfen der Bundesregierung.

Team News dpa
2 Min
Brot-Teiglinge in einer Bäckerei: Einige Bäcker müssen ihr Sortiment verkleinern.

Brot-Teiglinge in einer Bäckerei: Einige Bäcker müssen ihr Sortiment verkleinern.

© dpa/Soeren Stache

Exner sieht viele Unternehmen finanziell stark unter Druck. „Alle Bäcker haben Existenzängste“, sagte der Bäckermeister. Exner, der die Bäckerei in dritter Generation führt und mehrere Geschäfte in Brandenburg und Berlin betreibt, lässt aber den Kopf nicht hängen: „Ich finde meinen Beruf geil.“

Tobias Exner: „Alle Bäcker haben Existenzängste“

Tobias Exner: „Alle Bäcker haben Existenzängste“

© dpa/Soeren Stache

Gaspreis teils verachtfacht – Bäckereien: „Das ist nicht stemmbar

Der Geschäftsführer des Bäcker- und Konditoren-Landesverbandes in Berlin und Brandenburg, Johannes Kamm, verwies darauf, dass 70 Prozent der Bäckereien mit Gas backten, dessen Preis sich teils verachtfacht habe. „Das ist nicht stemmbar.“ Die Gefahr sei groß, dass bei diesen Kostensteigerungen der ein oder andere Betrieb verschwinde. Einige Bäckereien hätten auch wegen der Corona-Krise bereits ihre Rücklagen aufgebraucht. Kamm rechnet damit, dass Bäcker ihr Angebot verkleinern, um Kosten abzufedern. Der Landesverband der Bäcker und Konditoren hat 160 Mitglieder in Brandenburg, 60 in Berlin.

Zugleich zeigte sich der Verband zuversichtlich, dass der Bund Entlastungen für Bäckereien umsetze. „Wir vertrauen darauf, dass da noch was kommt. Ich bin optimistisch, dass man das Problem erkannt hat.“ Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kündigte an, die Regierung arbeite mit Hochdruck an Unterstützungsprogrammen, um Bäckereien und anderen Betrieben zu helfen.

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Preisanstiege bei Butter und Mehl nicht mehr kalkulierbar

Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks vom Juli stiegen die Produktionskosten im Bäckerhandwerk im Vergleich zu der Zeit vor dem Ukraine-Krieg im Schnitt um bis zu 30 Prozent. Bäckermeister Exner beklagte, die Preisanstiege bei Energie und Rohstoffen wie Butter und Mehl seien nicht mehr kalkulierbar und nicht bezahlbar. Hinzu kämen gestiegene Löhne.

Exner, dessen Backstube im brandenburgischen Beelitz ist, verkauft in seinen Läden das günstigste Brötchen - das „Ossi-Brötchen“ - für 39 Cent, eine Schrippe koste 43 Cent. „Bis Jahresende können wir das nicht halten, das schaffen wir nicht.“ Er biete künftig auch weniger Produkte an. Dann gebe es nicht mehr 13 verschiedene Brote im Sortiment, sondern 7 oder 8. Zudem verkürze er die Öffnungszeiten.

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