Verkehr

„Inakzeptabel“: Minister rügt die Bahn nach Verzögerung am Bahnhof Fangschleuse

Der Bahnhof Fangschleuse öffnete verspätet. Statt morgens hielt der RE1 erst abends. Grund war die Technik – der Minister kritisiert die Bahn scharf.

3 Min
Der Bahnhof Fangschleuse wurde am Samstag eröffnet.

Der Bahnhof Fangschleuse wurde am Samstag eröffnet.

© Soeren Stache/dpa

Der neue Bahnhof Fangschleuse nahe dem Tesla-Werk in Grünheide südöstlich von Berlin ist mit Verzögerung in Betrieb gegangen. Geplant war der Start am frühen Samstagmorgen, tatsächlich hielten die ersten Züge der Linie RE1 erst am Samstagabend. Für rund 16.000 Reisende täglich, darunter viele Tesla-Pendler, war das ein holpriger Auftakt. Warum es hakte und was jetzt gilt – der Überblick.

Warum der Start am Bahnhof Fangschleuse hakte

Der Grund für die Verzögerung liegt in der Technik. Bei der Abnahmeprüfung der Leit- und Sicherungstechnik habe es Verzögerungen gegeben, teilte die Deutsche Bahn auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Gemeint sind damit alle Systeme, die den Zugverkehr steuern und absichern. Läuft die Prüfung nicht sauber durch, darf kein Zug halten. Dabei hatte die Bahn wenige Tage zuvor noch Zuversicht verbreitet: Alle Arbeiten an Gleisen, Oberleitungen und am Bahnhof selbst seien im Zeitplan. Angekündigt war lediglich ein Software-Update für das neue elektronische Stellwerk.

„Inakzeptabel“: Minister Crumbach kritisiert die Bahn

Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) reagierte deutlich. Die DB-Tochter DB InfraGO habe erst sehr kurzfristig über die Verlängerung der Streckensperrung informiert. Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) erfuhr davon laut Crumbach am Freitagabend um 19.15 Uhr.

„Dass ein bundeseigenes Unternehmen bei einer seit Wochen bekannten Bauplanung erst am Vorabend des geplanten Endes reagiert und die Fahrgäste im Regen stehen lässt, ist inakzeptabel“, so der Minister.

Die Bahn selbst bedauerte die Verzögerung für die Fahrgäste und die Odeg nach eigenen Angaben ausdrücklich. Dass es nicht rund läuft, hatte Crumbach schon geahnt: „Es ist natürlich noch eine Baustelle“, sagte er kurz vor der Öffnung im RBB-Inforadio. „Es wird ein paar Schwierigkeiten geben“.

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Warum der Bahnhof Fangschleuse für Tesla-Pendler zählt

Der RE1 ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen Richtung Osten – und tägliche Pendlerstrecke zum einzigen europäischen Tesla-Werk. Der neue Halt liegt rund zwei Kilometer weiter westlich als die alte Station und damit näher an der Fabrik.

Die frühere Station war zu Stoßzeiten stark ausgelastet. Am Neubau können nun auch längere Züge halten. Die Bahn rechnet mit rund 16.000 Reisenden pro Tag.

Wie oft hält der RE1 künftig in Fangschleuse?

Zum Start hält der RE1 einmal pro Stunde. Ab dem 25. August soll der Bahnhof zweimal stündlich bedient werden.

Die neue Landesstraße L386 zur Autobahnauffahrt Freienbrink-Nord soll erst 2027 stehen. Bis dahin gelten provisorische Routen. Ein Geh- und Radweg zwischen Bahnhof und der Gemeinde Grünheide ist dagegen schon fertig – laut Verkehrsministerium ein Plus für Berufs- und Schulverkehr.

Parallel läuft der Ausbau für den Güterverkehr. Laut Bahn könnten so bis zu 2400 Lkw-Fahrten täglich von der Straße auf die Schiene wechseln.

Tesla baut aus – und braucht mehr Kapazität

In der Nähe liegt das Gewerbegebiet Freienbrink mit der Tesla-Fabrik. Zuletzt arbeiteten dort rund 11.000 Menschen. Inklusive der Pläne für die Batteriezellfertigung sollen 3500 Arbeitsplätze neu entstehen. Ab Oktober will Tesla das Produktionsvolumen um ein weiteres Fünftel auf 7500 Fahrzeuge pro Woche steigern.

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