Die britische Großbank Barclays streicht in diesem Jahr rund 5000 Stellen. Das teilte das Institut am Donnerstag bei der Vorlage seiner Quartalszahlen in London mit. Begründet wird dies auch mit dem verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz.
Betroffen sind nach Angaben von Finanzchefin Anna Cross etwa fünf Prozent der weltweit rund 93.000 Beschäftigten. 1000 Stellen seien bereits abgebaut worden, die übrigen 4000 sollen bis Jahresende folgen, sagte Cross vor Journalisten, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.
Entwickler besonders betroffen
Rund 60 Prozent des Stellenabbaus betreffen laut Cross Verwaltungs- und IT-Bereiche, darunter Softwareentwickler. KI mache die Beschäftigten produktiver, deshalb würden weniger Entwickler benötigt, sagte sie laut dem britischen Blatt The Guardian.
Vorstandschef C. S. Venkatakrishnan erklärte, der Konzern investiere intensiv in Technologie und vereinfache Abläufe. Daraus ergebe sich der Großteil der Effizienzgewinne. KI spiele eine wichtige Rolle und könne in Zukunft noch wichtiger werden. Venkatakrishnan bezeichnete KI als „Sahnehäubchen“ bei der Modernisierung des Bankwesens.
Insgesamt will Barclays mit den Maßnahmen im Jahr 2027 mehr als 1,1 Milliarden Pfund einsparen.
Hohe Ausschüttungen an Aktionäre
Zugleich meldete Barclays einen Vorsteuergewinn von 2,3 Milliarden Pfund (rund 2,8 Milliarden Euro) für das dritte Quartal, ein Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Erwartungen von Analysten wurden allerdings verfehlt, vor allem wegen eines schwächeren Anleihehandels, dessen Erträge laut Reuters um 19 Prozent auf eine Milliarde Pfund fielen. Venkatakrishnan sprach von einer enttäuschenden Entwicklung in diesem Bereich.
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Trotz des Stellenabbaus will die Bank weitere 500 Millionen Pfund an ihre Aktionäre ausschütten, berichtete The Guardian. Damit hat die Bank ihre Aktionäre seit Januar mit insgesamt 2,8 Milliarden Pfund bedient – über Dividenden und den Rückkauf eigener Aktien.
Barclays folgt mit dem Abbau einem Trend in der Branche: Die britische Großbank Standard Chartered hatte zuvor angekündigt, bis 2030 mehr als 7000 Stellen zu streichen und dabei etwa 15 Prozent ihrer Stellen in internen Verwaltungs- und Abwicklungsbereichen durch KI zu ersetzen.
Die britische Gewerkschaft Unite warnt seit Längerem vor dem Verlust von Arbeitsplätzen im Bankensektor durch den Einsatz von KI, insbesondere im Kundenkontakt.
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