TELTOW. Für Teltow wird wahr, was sich etliche Gemeinden im Berliner Umland wünschen: Die Kleinstadt im Süden der Hauptstadt bekommt einen S-Bahn-Anschluss. Von Mitte Dezember 2004 an soll die S 25, die bislang in Lichterfelde-Süd endet, bis nach Teltow-Stadt fahren. Am Montag unterzeichneten Verkehrsminister Hartmut Meyer (SPD) und Bahnchef Hartmut Mehdorn, zu dessen Unternehmen die Berliner S-Bahn als Tochter gehört, einen Finanzierungsvertrag für die drei Kilometer lange Strecke.Berlin finanziert nicht mitRund 33 Millionen Euro wird der Bau der Trasse kosten. 21 Millionen übernimmt der Bund, das Land zahlt neun Millionen und für die restlichen drei Millionen kommen Deutsche Bahn AG und Stadt auf. Verkehrsminister Meyer kritisierte, dass sich Berlin nicht an den Kosten beteiligt. Mit dem Bau der Strecke soll noch in diesem Frühjahr begonnen werden. "Das ist gegenwärtig die einzig konkrete S-Bahn-Verlängerung im Berliner Umland", sagte Unternehmenssprecher Burkhard Ahlert. Denn nur für diese Strecke sei die Finanzierung gesichert. In der Vergangenheit hatten sich unter anderem die Umlandgemeinden Falkensee, Rangsdorf und Velten einen S-Bahn-Anschluss gewünscht - ebenso auch das 50 Kilometer von der Berliner Stadtgrenze entfernte Eberswalde. Doch diese Projekte könnten derzeit nicht finanziert werden, sagte der Bahnsprecher.Minister Meyer kündigte am Montag an, dass er sich bei Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) dafür einsetzen werde, die S-Bahn-Lücke zwischen Berlin und Falkensee (Havelland) zu schließen. Die Stadt westlich von Berlin ist seit 1995 wieder von Spandau aus mit dem Regionalverkehr erreichbar. Die inzwischen insolventen Herlitz-Werke finanzierten sogar einen Bahnhof mit. Vollständig aus privaten Quellen kam das Geld für den 1997 eröffneten S-Bahnhof Bernau-Friedenstal der Linie S 2. Die Wohnpark Bernau-Friedenstal Immobilien GmbH zahlte umgerechnet fast 2,3 Millionen Euro, um den Wert ihrer Häuser zu erhöhen.Die allererste "Lücke" im Berlin-Brandenburger S-Bahn-Netz ist vor elf Jahren geschlossen worden: Am 1. April 1992 wurde die Strecke nach Potsdam wiedereröffnet.Auch zwischen Berlin und Teltow verkehrte einst eine S-Bahn - bis zum Mauerbau 1961. Allerdings hielten deren Züge am östlichen Rand der Umlandgemeinde. Das wird nun anders: Die Neubaustrecke führt zur S-Bahn-Station "Teltow Stadt" - also ins Zentrum der Gemeinde, in der viele Berlin-Pendler leben. Nach Angaben des Bürgermeisters Thomas Schmidt (SPD) arbeiten 6 000 bis 8 000 Einwohner der Region Teltow-Stahnsdorf-Kleinmachnow in der Hauptstadt.20 Minuten zum Potsdamer PlatzDie Fahrtzeit von Teltow bis an den Potsdamer Platz wird nach Angaben der Bahn etwa 20 Minuten betragen. "Mit der Trasse wird Teltow optimal an Berlin angebunden", sagte Bahnchef Mehdorn. Verkehrsminister Meyer nannte das Projekt "eines der vordringlichsten Schienenverkehrsvorhaben in Brandenburg".Nach Angaben der Deutschen Bahn soll die S-Bahn auf der Strecke im 20-Minuten-Takt verkehren. Ob einmal alle zehn Minuten Züge fahren, hängt laut Bahnchef Mehdorn davon ab, wie viele Fahrgäste die S-Bahn nutzen. Damit sich eine normale Strecke rechne, seien rund 1 000 Reisende notwendig.Viele Wünsche, wenig Geld // Wünsche: Etliche Gemeinden im Berliner Umland wünschen sich einen S-Bahn-Anschluss: beispielsweise Velten, Falkensee, Rangsdorf und Eberswalde. Die Deutsche Bahn, deren Tochterunternehmen die Berliner S-Bahn ist, kann diese Ansinnen aber derzeit nicht finanzieren.Wirklichkeit: Die 33 Millionen Euro teure Verlängerung der S 25 von Lichterfelde-Süd nach Teltow soll bis Ende 2004 abgeschlossen sein.BERLINER ZEITUNG/ANJA KÜHL Gewünschte S-Bahn-Trassen, Von den fünf gewünschten S-Bahn-Lückenschlüssen ist derzeit nur die Strecke nach Teltow finanzierbar.
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