In der nordsächsischen Kleinstadt Oschatz haben am Montag rund 200 Landwirte und Unternehmer gegen die anhaltend hohen Dieselpreise demonstriert. Dem Aufruf des Vereins „Land schafft Verbindung“ folgten nach Angaben der Veranstalter weit über 100 Fahrzeuge, die sich zu einem Korso durch die Stadt formierten.
Im Mittelpunkt der Kundgebung standen Forderungen nach einer spürbaren Entlastung bei den Energiekosten. Vereinsvorsitzender Georg Stiegler erklärte gegenüber MDR Sachsen: „Als Allererstes fordern wir eine Halbierung oder Aussetzung der CO2-Bepreisung auf Kraftstoffe.“ Hinzu komme die Forderung nach einer gesicherten Versorgung mit Düngemitteln. Konkret gehe es um den Import von Rohammoniak, da die deutschen Ammoniakreaktoren nach Angaben Stieglers „nahezu stillstehen“. Die Branche brauche eine Perspektive, wie Betriebe weitergeführt werden könnten und ob im kommenden Jahr überhaupt noch gedüngt werden könne.
Der Frontlader dieses Traktors auf der Demo in Oschatz wurde zur Übermittlung politische Botschaften genutzt.
© Robert Erdmann/LSV
Der stellvertretende Vereinsvorsitzende und Pressesprecher Robert Erdmann zeigte sich nach der Veranstaltung zufrieden mit der Resonanz. „Damit waren es deutlich mehr als erwartet, und das ist spitze“, sagte Erdmann mit Blick auf die Teilnehmerzahl. Der am weitesten angereiste Teilnehmer habe sich nach seinen Angaben bereits am frühen Morgen aus Zittau auf den Weg gemacht – eine Strecke von rund 130 Kilometern. Die Veranstaltung sei friedlich verlaufen, hieß es vom Veranstalter. Aufgrund des Fahrzeugkorsos kam es auf mehreren Straßen in Oschatz allerdings zeitweise zu Verkehrsbehinderungen.
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Serie ähnlicher Aktionen in Sachsen
Der Protest in Oschatz reiht sich in eine Serie ähnlicher Aktionen in Sachsen ein. Bereits in der Vorwoche hatten Landwirte im Landkreis Bautzen sowie Spediteure in Leipzig gegen die aus ihrer Sicht untragbare Kostenbelastung mobil gemacht (Die OAZ berichtete). Der Verein „Land schafft Verbindung“, der seit den Bauernprotesten der vergangenen Jahre als Sprachrohr eines Teils der landwirtschaftlichen Basis auftritt, signalisiert mit der Aktion in Oschatz, dass die Unzufriedenheit über die Energie- und Klimapolitik in der Branche unverändert hoch ist.
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