BERLIN, 29. August. Der Sachverständigenrat des Bundesgesundheitsministeriums hat der Bundesregierung empfohlen, eine "Nationale Anti-Tabak-Kampagne" zu starten. In einem der "Berliner Zeitung" in Auszügen vorliegenden Gutachten fordern die Gesundheitsexperten einen "Neuanfang in der Anti-Tabak-Politik in Deutschland". Als Eckpunkte eines Sofortprogramms schlägt der Rat unter anderem ein "vollständiges Werbe- und Sponsoringverbot für die Zigarettenindustrie" vor. Es habe sich gezeigt, dass sich "Vereinbarungen insbesondere mit der Zigarettenindustrie zur freiwilligen Selbstbeschränkung bei der Werbung durchweg als ineffektiv erwiesen" haben.Rauchverbot für JugendlicheDie Gutachter plädieren außerdem für weitgehende Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden. Für Jugendliche unter 16 Jahren sollte das Rauchen in der Öffentlichkeit ganz untersagt werden. Mit einer Erhöhung der Tabaksteuer sollen Zigaretten teurer werden. Die Kosten einer umfassenden Anti-Tabak-Kampagne bezifferten die Gutachter auf jährlich 30 bis 40 Millionen Mark. Bei zügiger Vorbereitung könne das Programm bereits im nächsten Sommer starten.Das Gutachten, das sich mit der "Über-, Unter- und Fehlversorgung" im Gesundheitssystem beschäftigt, kommt nach einer Meldung der "Wirtschaftswoche" auch zu dem Ergebnis, dass Patienten in Deutschland oft völlig falsch behandelt werden. So weise beispielsweise die "Versorgung von Patienten mit Herzerkrankungen schwer wiegende Mängel auf".Der geplante Arzneimittelpass soll auch für Mitglieder privater Krankenversicherungen gelten. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" will Gesundheitsministerin Ulla Schmidt den Pass im Arzneimittelgesetz verankern. Damit würde er für alle verbindlich. Politik Seite 5
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