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Eishockey-WM 2027

Kehrtwende im Russland-Streit: DEB will Eishockey-WM doch nicht zurückgeben

„Nichts, was wir planen“: Der DEB will die Heim-WM nicht mehr zurückgeben. Sieben oder acht Nationen boykottieren Russland, Belarus ist bereits raus.

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Trotz offener Russland-Frage zuversichtlich: DEB-Chef Frank H. Lutz hofft auf eine baldige Lösung für die Heim-WM.

Trotz offener Russland-Frage zuversichtlich: DEB-Chef Frank H. Lutz hofft auf eine baldige Lösung für die Heim-WM.

© Eibner/Imago

Der Deutsche Eishockey-Bund rückt von einer Rückgabe der Heim-WM ab. „Das ist nichts, was wir planen“, sagte DEB-Vorstandschef Frank H. Lutz laut dpa am Rande des Deutschland Cups in Düsseldorf. „Wir wollen die Weltmeisterschaft nächstes Jahr in Deutschland abhalten und ich bin auch sehr optimistisch, dass wir das schaffen werden.“

Vor einer Woche hatte Lutz eine Rückgabe noch ins Spiel gebracht. Inzwischen hat der Weltverband IIHF zumindest teilweise entschieden: Belarus darf nicht an der U20-WM und an der WM 2027 teilnehmen, wie das IIHF-Council am Samstag mitteilte. Über Russland ist weiter nicht entschieden.

Der Verband berief sich bei Belarus auf seine Disziplinarkommission. Diese habe keine Rechtsgrundlage gesehen, das belarussische Team sofort wieder aufzunehmen. Der belarussische Verband prüft laut Reuters bereits einen Einspruch vor dem Sportgerichtshof CAS.

Russland und die Eishockey-WM: IIHF prüft „alle Optionen“

Bei Russland liegt der Fall anders. Der CAS hatte die IIHF Ende Oktober verpflichtet, die Russen wieder zuzulassen, und dieses Urteil am Donnerstag verteidigt. Der Weltverband sei mit der Entscheidung „weiterhin nicht einverstanden“, werde aber die notwendigen Schritte ergreifen.

Man prüfe „alle verfügbaren Optionen“, heißt es in der Mitteilung. Es gehe darum, die Meisterschaften zu schützen und die finanzielle Stabilität des Verbands zu wahren. Geplant sind Gespräche mit allen betroffenen Verbänden, auch mit dem russischen. Einen Zeitplan nennt die IIHF nicht.

DEB will Klarheit noch in diesem Jahr

Nach Gesprächen mit der Bundesregierung sieht Lutz wieder gute Chancen für eine Heim-WM ohne russische Beteiligung. „Das Urteil des Cas verpflichtet die IIHF, Russland wieder zuzulassen. Das ist etwas, das wir aus vielen Gründen ablehnen. Die deutsche Politik lehnt das auch ab“, sagte er. In Berlin hatte er sich in der vergangenen Woche mit Staatssekretären aus Kanzleramt und Auswärtigem Amt getroffen.

Sein wichtigstes Argument ist der Boykott. „Wir haben sieben oder acht Nationen, die erklärt haben, bei der WM nicht gegen ein russisches Team spielen zu wollen. Das macht eine WM mit 16 Nationen unmöglich.“ Ein Einreiseverbot für russische Spieler nannte Lutz „so ein bisschen Ultima Ratio“. Den diplomatischen Weg der IIHF, Russland zu einem Verzicht zu bewegen, begrüßt er. Weil der Kartenverkauf läuft, will der DEB noch in diesem Jahr Klarheit.

Bundesregierung: WM mit Russland „faktisch unmöglich“

Die Bundesregierung hatte am Freitag klargemacht, dass sie eine WM mit Russland für „faktisch unmöglich“ hält. Laut dpa will sie aber erst eingreifen, wenn es der IIHF nicht gelingt, Russland zum Verzicht zu bewegen. Dann könnte sie russischen Spielern die Visa verweigern.

Der Druck auf den Weltverband ist ohnehin groß. Sieben der 16 WM-Teilnehmer wollen nicht gegen Russland antreten, darunter Weltmeister Finnland. Sponsoren wie Škoda und Strauss stellen ihr Engagement infrage, falls Russland spielt.

Was jetzt auf die Heim-WM zukommt

Die WM ist für den 13. bis 30. Mai 2027 in Gelsenkirchen, Mannheim und Düsseldorf angesetzt. Eine Rückgabe wäre laut dpa wohl mit Strafzahlungen verbunden und mit Blick auf Münchens Olympia-Bewerbung auch sportpolitisch heikel. Ob die WM ohne Russland stattfinden kann, hängt nun an den Gesprächen zwischen Weltverband und Russland.

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