Eine Drohnensichtung am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) hat den Flugverkehr am Mittwochabend für 45 Minuten vollständig zum Erliegen gebracht. Wie Sprecherinnen des Flughafens und der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur bestätigten, konnten zeitweise weder Flugzeuge starten noch landen. Inzwischen ist die Sperrung wieder aufgehoben.
Gegen 20 Uhr hätten demnach mehrere Mitarbeiter des Flughafens eine Drohne gesichtet. Die Deutsche Flugsicherung reagierte zunächst mit einer Sperrung der Nordpiste für Starts und Landungen. Um 20.20 Uhr wurde auch die Südpiste geschlossen. Damit stand der Flugverkehr am BER vollständig still.
Beide Pisten am BER bis 21.05 Uhr gesperrt
Um 21.05 Uhr hob die Flugsicherung die Sperrung wieder auf. Seitdem dürfen Maschinen am Hauptstadtflughafen wieder starten und landen. Damit waren beide Pisten insgesamt 45 Minuten gleichzeitig geschlossen, was zu Verspätungen führte. Mehrere ankommende Maschinen wurden während der Sperrung umgeleitet. Eine belastbare Gesamtzahl der betroffenen Flüge lag am Abend zunächst nicht vor.
Während des Einsatzes konnte die Bundespolizei nach Angaben des rbb keine Drohne finden. Auch um welche Art von Fluggerät es sich bei der gemeldeten Sichtung gehandelt haben soll, war am Abend noch unklar. Wer die Drohne möglicherweise gesteuert hatte, ist ebenfalls offen.
Zahl der Drohnensichtungen am BER stark gestiegen
Der Vorfall ist kein Einzelfall. An keinem anderen deutschen Flughafen wurden im ersten Halbjahr 2026 mehr Drohnen registriert als am BER. Der Tower in Schönefeld verzeichnete nach Angaben der Deutschen Flugsicherung in den ersten sechs Monaten 28 Sichtungen. Am Frankfurter Flughafen waren es im selben Zeitraum 27.
In sieben Fällen musste der Flugverkehr am BER wegen Drohnen vorübergehend unterbrochen werden. Auffällig ist auch der Vergleich mit dem Vorjahr: Im gesamten Jahr 2025 registrierte die Flugsicherung am BER und im umliegenden Großraum lediglich acht Drohnen.
Zuletzt hatte vor allem ein Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle für Aufregung gesorgt und Debatten um die Sicherheit ausgelöst. Dort war ein mit Sprengstoff präpariertes Fluggerät neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Angriff verantwortlich. Moskau bestreitet dies.
Ein ukrainischer Blogger stellt die deutsche Version des Leipziger Drohnenvorfalls infrage
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