USA

Bericht: Baerbock wird Professorin an der Columbia University in New York

Die Grünen-Politikerin Annalena Baerbock nimmt offenbar eine Professur an einer renommierten US-Universität an. Was wird sie dort künftig unterrichten?

3 Min
Die ehemalige deutsche Außenministerin Annalena Baerbock bleibt Berichten zufolge noch länger in New York

Die ehemalige deutsche Außenministerin Annalena Baerbock bleibt Berichten zufolge noch länger in New York

© Lev Radin/imago

Nach dem Ende ihres Amtes als Präsidentin der UN-Generalversammlung im September bleibt Annalena Baerbock offenbar in New York. Die Grünen-Politikerin nimmt eine Professur an einer renommierten US-Universität an. Baerbock wird Medienberichten zufolge nach dem Ende ihrer Amtszeit bei den Vereinten Nationen eine Lehrtätigkeit an der Columbia University in New York übernehmen.

Zum Herbst werde die Grünen-Politikerin Professorin für Global Leadership sowie Co-Direktorin des Masterprogramms Master of Public Administration in Global Leadership, hieß es aus informierten Kreisen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Zuerst hatte Table Media darüber berichtet.

Es handele sich um eine praxisorientierte Professur, nicht um eine klassische Forschungsprofessur. Das Programm richtet sich nach Angaben der Universität an Führungskräfte mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung.

Nach Informationen von Table Media ist die Zusammenarbeit auf drei Jahre angelegt, Baerbock werde als Vollzeit-Professorin angestellt. Zusätzlich werde sie als Rednerin arbeiten.

Karenzzeit endet im Herbst

Eine Genehmigung der Bundesregierung braucht die ehemalige Außenministerin für ihre neue Tätigkeit nicht mehr, da die Karenzzeit für ehemalige Ministerinnen und Minister im Herbst dieses Jahres endet. Anfragen an die Columbia University und die UN blieben nach Angaben von Table Media zunächst unbeantwortet.

Baerbocks einjähriges Amt als Präsidentin der UN-Generalversammlung endet offiziell am 8. September. Ihr Nachfolger wird Khalilur Rahman aus Bangladesch. Sie war im Juni 2025 mit großer Mehrheit gewählt worden und trat den Posten Anfang September an. Baerbock ist erst die fünfte Frau an der Spitze der Generalversammlung.

Kurz nach Amtsantritt hatte Baerbock der Deutschen Presse-Agentur gesagt, sie fühle sich in New York wohl und genieße es, in der Vielfalt der Stadt unterzugehen.

Schwerpunkte während der UN-Amtszeit

Baerbocks Amtszeit war nach eigenen Angaben von internationalen Krisen und wachsenden Spannungen im multilateralen System geprägt. Sie setzte sich demnach für eine Reform der Vereinten Nationen sowie für Frauenrechte, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung ein.

Weitere Themen waren der internationale Umgang mit künstlicher Intelligenz und die Suche nach einem Nachfolger für UN-Generalsekretär António Guterres. Dabei warb sie dafür, erstmals eine Frau an die Spitze der Vereinten Nationen zu wählen.

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Kritik an Vorgehen bei Guterres-Nachfolge

Zuletzt musste sich Baerbock auch Auseinandersetzungen mit Russland und den USA liefern. Wie die Berliner Zeitung kürzlich berichtete, warfen beide Länder ihr im Zusammenhang mit dem Auswahlverfahren für die Nachfolge von Guterres eine Kompetenzüberschreitung vor.

Baerbock hatte auf ein transparentes, inklusives, strukturiertes, rechtzeitiges und glaubwürdiges Verfahren gedrungen, öffentliche Befragungen der Kandidaten organisiert und über sie abstimmen lassen – nach Angaben von Diplomaten ein Novum.

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja zeigte sich besorgt über die Rolle, die sich die Präsidentin der Generalversammlung selbst zuzuschreiben versuche. Die amerikanische Botschafterin Jennifer Locetta warf Baerbock laut einer Mitteilung der US-Mission unverantwortliches Handeln und Heuchelei vor – die Befragung sei unfair, intransparent und beispiellos gewesen. Baerbock entgegnete, die 193 Mitgliedstaaten sollten nicht abnicken, was eine Handvoll Staaten hinter verschlossenen Türen aushandele.

Für den Posten des Generalsekretärs selbst stand sie nicht zur Verfügung. Nach dem informellen Rotationsprinzip ist Lateinamerika an der Reihe.

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