Die Verkäufe neuer Elektroautos und Plug-in-Hybride in Russland haben in den Sommermonaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zugenommen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Zwischen Juni und August wurden nach Angaben der Analyseagentur Autostat demnach 26.543 solcher Fahrzeuge verkauft. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 12.187.
Reuters bringt die gestiegene Nachfrage nach Elektrofahrzeugen auch mit Benzinengpässen in Verbindung. Einige Verbraucher zogen demnach Elektrofahrzeuge als Alternative zu Verbrennern in Betracht. Die meisten dieser Fahrzeuge werden dem Bericht zufolge in China produziert.
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Ukrainische Drohnenangriffe treffen Benzinproduktion
Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien haben dem Bericht zufolge die Benzinproduktion und damit die Treibstoffversorgung im Land beeinträchtigt. Ende August lag die tägliche Benzinproduktion demnach bei rund 80.000 Tonnen. Das entsprach etwa 70 Prozent des geschätzten täglichen Inlandsverbrauchs von 115.000 Tonnen, wie Reuters unter Berufung auf zwei Branchenquellen berichtete.
In mehreren Regionen wurden laut dem Bericht zeitweise Beschränkungen beim Verkauf von Benzin eingeführt. Dazu gehörten Mengenbegrenzungen pro Kunde und zeitweise nach Fahrzeugkennzeichen gestaffelte Verkaufszeiten. Laut Reuters mussten Autofahrer teilweise lange an Tankstellen warten.
Elektroautos bleiben Nischenmarkt
Der russische Markt für Elektrofahrzeuge bleibt jedoch vergleichsweise klein. Nach Angaben von Autostat machten Elektroautos und Plug-in-Hybride im vergangenen Jahr lediglich 4,3 Prozent aller Autoverkäufe in Russland aus. Als Gründe nennt Reuters unter anderem das begrenzte Netz an Ladestationen, die großen Entfernungen im Land und das teilweise raue Klima.
Die Verkäufe wurden im Sommer zudem durch das verfügbare Angebot begrenzt. Hersteller und Importeure seien von der Entwicklung der Benzinknappheit überrascht worden, erklärte Autostat laut Reuters.
Kraftstoffversorgung: Russland ergreift Maßnahmen
Russland versucht zugleich, die Kraftstoffversorgung durch zusätzliche Importe zu stabilisieren. Der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Nowak sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass am 19. August, dass bereits Treibstoff importiert werde. Zudem seien Vorschriften beschlossen worden, die eine zusätzliche Produktion von Kraftstoffen nach niedrigeren Umweltstandards ermöglichten.
Nach Angaben von Tass wurde Ende Juli ein vorübergehendes Exportverbot für Benzin, Diesel und weitere Kraftstoffe bis zum 31. Januar 2027 eingeführt. Nowak sagte dem Bericht zufolge zudem, dass Russland über ausreichende Treibstoffreserven verfüge, Hamsterkäufe jedoch die Nachfrage zeitweise um etwa 20 bis 30 Prozent erhöht hätten.
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