Ukraine-Krieg

Bericht: Moskau steuert auf neue Eskalationsstufe im Ukraine-Krieg zu

Moskau bereitet offenbar härtere Angriffe auf die Ukraine vor. In Russland halten einige Amtsträger einen Atomwaffen-Einsatz für möglich. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Besuch des CIA-Chefs?

3 Min
Russlands Präsident Wladimir Putin plant womöglich eine Verschärfung der Angriffe auf die Ukraine.

Russlands Präsident Wladimir Putin plant womöglich eine Verschärfung der Angriffe auf die Ukraine.

© Mikhail Metzel/imago

Russland bereitet sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg auf eine Eskalation seiner Angriffe gegen die Ukraine vor. Der Kreml sehe die Friedensverhandlungen als gescheitert an, berichtete Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf drei kremlnahe Quellen.

Moskau erwäge demnach eine Verschärfung konventioneller Raketenangriffe auf Kiew, einschließlich des Stadtzentrums, sowie auf Infrastruktur in weiteren ukrainischen Städten.

Präsident Wladimir Putin werde den Krieg weder wegen westlicher Wirtschaftssanktionen noch aufgrund ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien beenden, zitierte Bloomberg die Quellen.

Moskau betrachte die ukrainischen Schläge zudem zunehmend als Angriffe von Nato-Staaten, da diese Kiew mit Waffen und Aufklärungsdaten versorgten. Kremlsprecher Dmitri Peskow reagierte laut Bloomberg zunächst nicht auf eine Anfrage.

Russische Offizielle halten Atomwaffeneinsatz für denkbar

Eine wachsende Zahl russischer Amtsträger halte es für möglich, dass Putin letztlich zu taktischen Atomwaffen als äußerstem Mittel greife, schrieb Bloomberg unter Berufung auf die Quellen.

In dem Bericht heißt es zugleich, es gebe derzeit keinerlei Anzeichen für entsprechende Vorbereitungen. Putin habe in der Vergangenheit wiederholt mit nuklearen Drohungen operiert, um westliche Unterstützung für Kiew zu schwächen.

Alexander Gabuev, Direktor des Berliner Carnegie-Zentrums für Russland und Eurasien, bezeichnete das Risiko eines Nuklearwaffeneinsatzes gegenüber Bloomberg als „extrem gering“. Solange Moskau konventionell eskalieren könne, gebe es kaum Anreize, die nukleare Schwelle zu überschreiten.

Zeitlicher Bezug zum Ratcliffe-Besuch

Kurz zuvor hatte der unangekündigten Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau am Dienstag international für Aufsehen gesorgt. Nach Angaben der Washington Post verbrachte Ratcliffe rund acht Stunden in der russischen Hauptstadt. Der Grund für seinen Besuch ist noch immer unklar.

Kremlsprecher Peskow bestätigte laut Nachrichtenagentur Interfax Kontakte „über die Geheimdienste“, ein Treffen mit Putin habe es nicht gegeben.

Warnung von Ratcliffes Vorgänger einst gescheitert

Das Wall Street Journal berichtete derweil, Ratcliffe könnte Putin vor US-Erkenntnissen über eine neue Mobilisierungswelle und eine mögliche Provokation gegen die Nato gewarnt haben. Die frühere US-Vizegeheimdienstkoordinatorin Beth Sanner sagte dem Blatt, seine Botschaft könne lauten: „Wir wissen, was ihr vorhabt, und ihr solltet es besser lassen“.

Eine Parallele wäre eine Reise des damaligen damalige CIA-Chefs im November 2021. William Burns hatte damals in Moskau vergeblich vor dem Einmarsch in die Ukraine gewarnt. Ratcliffe könne dem Kreml nun signalisiert haben, dass Washington über Eskalationspläne informiert sei.

Am Tag des Ratcliffe-Besuchs unterschrieb Putin nach einem Bericht der Moscow Times offenbar mehrere Dekrete. Der Inhalt von drei von ihnen ist unbekannt – ebenso wie die Frage, ob sie mit der Reise des CIA-Chefs zusammenhängen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete dessen Besuch in Moskau derweil am Mittwoch als „weitgehend routinemäßig“.

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