Angriffspläne

Bericht: US-Militär erwägt Einsatz der „Mutter aller Bomben“ gegen den Iran

Neue US-Angriffspläne sollen auch eine besonders schwere Bombe vorsehen. Ob sie gegen unterirdische Atomanlagen helfen würde, ist jedoch fraglich.

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Eine inaktive Ausführung der GBU-43/B MOAB bei einer Flugschau. Das US-Militär erwägt laut CNN einen Einsatz der als „Mutter aller Bomben“ bekannten Waffe gegen Iran.

Eine inaktive Ausführung der GBU-43/B MOAB bei einer Flugschau. Das US-Militär erwägt laut CNN einen Einsatz der als „Mutter aller Bomben“ bekannten Waffe gegen Iran.

© Dreamstime Bluebarro/imago

Das US-Militär hat nach einem Bericht von CNN Angriffsoptionen gegen den Iran ausgearbeitet, die auch den möglichen Einsatz der sogenannten „Mutter aller Bomben“ umfassen. Ziele könnten demnach Energieinfrastruktur und Einrichtungen des iranischen Atomprogramms sein. Der Sender beruft sich auf mehrere US-Regierungsvertreter und weitere mit den Beratungen vertraute Personen.

Bei der Waffe handelt es sich um die GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast, kurz MOAB. Sie ist eine schwere konventionelle Bombe, enthält also keinen nuklearen Sprengsatz. Nach dem CNN-Bericht bestehen jedoch auch innerhalb der US-Regierung Zweifel daran, ob ihr Einsatz die militärischen Ziele Washingtons erreichen oder ein Ende des Krieges näherbringen könnte.

Eine Option unter mehreren

Militärische Planungen bedeuten noch keinen bevorstehenden Angriff. Streitkräfte entwickeln regelmäßig unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten, über deren Umsetzung die politische Führung entscheidet. Ein Pentagonvertreter erklärte gegenüber CNN, das Ministerium plane für eine breite Palette möglicher Einsatzszenarien.

Das Weiße Haus wollte sich dem Sender zufolge nicht offiziell zu sensiblen militärischen Plänen äußern, die möglicherweise existierten. Ein Regierungsvertreter erklärte lediglich, Präsident Donald Trump halte alle Optionen offen, damit der Iran keine Atomwaffe erlangen könne.

Nach Angaben der CNN-Quellen könnten zusätzliche Angriffe vor oder nach den US-Zwischenwahlen im November erfolgen. Trump hatte öffentlich angekündigt, vor der Wahl keine neuen Schritte zu unternehmen. Einige seiner Berater seien sich jedoch unsicher, ob diese Festlegung Bestand habe.

Eine der diskutierten Möglichkeiten sieht laut dem Bericht weitere Angriffe vor einem anschließenden Rückzug von US-Kräften aus der Region vor. Dahinter stehe die Suche nach einem militärischen Abschluss, den Trump innenpolitisch als Erfolg darstellen könne. Auch dies beschreibt Beratungen, keinen beschlossenen Ablauf.

Große Druckwelle statt tiefer Durchschlagskraft

Die MOAB wiegt nach Angaben der US-Luftwaffe rund 9,8 Tonnen und wird mithilfe von GPS ins Ziel gelenkt. Bei ihrer Entwicklung vor dem Irak-Krieg 2003 spielte auch die psychologische Wirkung eine Rolle: Die demonstrierte Sprengkraft sollte gegnerische Truppen einschüchtern und vom Kampf abhalten.

Ihre Wirkung entfaltet die Bombe vor allem durch eine starke Druckwelle über eine größere Fläche. Sie explodiert oberhalb des Bodens. Das unterscheidet sie von Waffen, die zunächst tief in Erdreich oder Beton eindringen und erst anschließend detonieren.

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Diese Unterscheidung ist für mögliche Angriffe auf iranische Atomanlagen entscheidend. Laut CNN beziehen sich die Planungen auch auf Pickaxe Mountain. Dort vermuten die USA und Israel unterirdische Einrichtungen und Komponenten des iranischen Atomprogramms. Quellen des Senders bezweifeln jedoch, dass die MOAB tief genug wirken könnte, um durch mächtige Granitschichten geschützte Anlagen zu zerstören.

MOAB und Bunkerbrecher sind unterschiedliche Waffen

Die ähnlich klingenden Bezeichnungen können leicht zu Verwechslungen führen. Neben der MOAB gibt es die GBU-57 Massive Ordnance Penetrator, kurz MOP. Diese rund 13,6 Tonnen schwere Bombe ist laut einem Handbuch der US-Luftwaffe ausdrücklich für gehärtete und tief unterirdische Ziele ausgelegt. Die MOAB wird dort dagegen als Waffe gegen Personal und zur Beseitigung von Hindernissen beschrieben.

Ein Einsatz der MOAB könnte nach Einschätzung der von CNN befragten Personen deshalb eher eine psychologische Wirkung entfalten als die verbleibenden unterirdischen Atomanlagen ausschalten. Bei Angriffen nahe bewohnter Gebiete würde ihre große Flächenwirkung zugleich erhebliche Risiken für Zivilisten schaffen.

Eingesetzt wurde die MOAB bereits während Trumps erster Amtszeit. Am 13. April 2017 griffen US-Streitkräfte damit einen Tunnelkomplex der Terrormiliz IS-K in Afghanistan an. Das dokumentiert eine damalige Mitteilung des US-Zentralkommandos CENTCOM. Der Einsatz gegen ein Tunnelsystem belegt allerdings keine vergleichbare Wirksamkeit gegen tief in einen Berg gebaute Atomanlagen.

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