Bei Protesten im Iran am 8. und 9. Januar 2026 könnten einem Bericht des Time Magazine zufolge bis zu 30.000 Menschen gestorben sein. Das Magazin beruft sich dabei auf zwei hochrangige Beamte des iranischen Gesundheitsministeriums.
Dabei sei die Regierung dem Bericht zufolge nicht mehr in der Lage gewesen, alle Leichen zu transportieren. Es habe demnach keine Leichensäcke mehr gegeben und große Sattelzüge mit 18 Rädern hätten Krankenwagen ersetzen müssen.
Menschenrechtsorganisation prüft Tausende Todesfälle
Die Zahl übersteigt offizielle Angaben deutlich. Die iranische Regierung teilte am 21. Januar mit, dass es im Zusammenhang mit den Protesten insgesamt 3117 Tote gegeben habe. Die in den USA ansässige Organisation HRANA sprach von 5.459 Toten, darunter 5.149 Demonstranten sowie hunderte Angehörige regierungsnaher Kräfte.
17.031 Todesfälle werden allerdings noch geprüft, teilte HRANA mit. Mindestens 7.400 Menschen sollen bei den Protesten schwer verletzt und mehr als 40.000 Personen festgenommen worden sein, hieß es in einer Mitteilung der Organisation. Eine genaue Überprüfung sei wegen der seit drei Wochen anhaltenden Internetabschaltungen und -störungen nur schwer möglich.
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irib News dementierte den Bericht des Time Magazine und bezeichnete ihn als „Fake News“. „Nicht nur hat kein Beamter des Gesundheitsministeriums, sondern kein Beamter im Iran solche falschen Statistiken gemeldet oder bestätigt“, erklärte das Portal auf X.
Trump: „Armada“ aus den USA auf dem Weg in Richtung Iran
Seit Ende Dezember kommt es im Iran wiederholt zu großen Protesten, die zunächst durch hohe Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage ausgelöst wurden. Jedoch weiteten sich die Proteste rasch zu landesweiten Forderungen nach dem Sturz der Führung unter Ayatollah Ali Khamenei aus.
US-Präsident Donald Trump kündigte am Donnerstag an, dass die Vereinigten Staaten eine „Armada“ in Richtung Iran entsendet haben. Er hoffe jedoch, sie nicht einsetzen zu müssen. Gleichzeitig warnte er Teheran erneut davor, Demonstranten zu töten oder sein Atomprogramm wieder aufzunehmen.
US-Beamte berichteten gegenüber Nachrichtenagentur Reuters, dass der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und mehrere Lenkwaffenzerstörer in den kommenden Tagen im Nahen Osten eintreffen werden.
Trump: „Armada“ in Richtung Iran unterwegs
Das Märchen vom Regimewechsel: Warum die Proteste im Iran scheitern mussten
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