Die USA verlegen offenbar den Flugzeugträger USS Gerald R. Ford, das größte Kriegsschiff der Welt, in den Nahen Osten. Die Besatzung wurde am Donnerstag über die Entscheidung informiert, berichtete die New York Times unter Berufung auf vier US-Beamte. Das Schiff und seine Begleitschiffe sollen dem Bericht zufolge zur USS Abraham Lincoln stoßen, die sich bereits im Arabischen Meer befindet.
Die USA wollen so ihren Druck auf den Iran verstärken. US-Präsident Donald Trump hatte bereits Anfang der Woche gegenüber Axios angedeutet, einen zweiten Flugzeugträger in die Region schicken zu wollen. Am Donnerstag warnte er Teheran laut AP, ein Scheitern der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm werde „sehr traumatisch“ sein. Innerhalb des nächsten Monats solle eine Einigung erzielt werden, sagte Trump.
Flugzeugträger war an Militäreinsatz in Venezuela beteiligt
Die Ford hat bereits einen außergewöhnlich langen Einsatz hinter sich. Das Schiff verließ laut New York Times seinen Heimathafen Norfolk in Virginia am 24. Juni 2025 für eine ursprünglich geplante Europa-Mission. Im Oktober wurde es jedoch in die Karibik umgeleitet, wo es an dem Militäreinsatz gegen Venezuela teilnahm. Kampfflugzeuge der Ford beteiligten sich am 3. Januar am Angriff auf Caracas, bei dem der venezolanische Präsident Nicolás Maduro gefangen genommen wurde.
Der Iran soll derzeit einen unterirdischen Komplex in der Nähe der Atomanlage Natanz ausbauen, wie die BBC unter Berufung auf Satellitenbilder berichtete, die von der US-Denkfabrik Institute for Science and International Security analysiert wurden. Die Bilder zeigen demnach, wie Tunneleingänge am Berg Kolang Gaz La verstärkt werden. Der genaue Zweck der Anlage sei unbekannt.
In der vergangenen Woche führten der Iran und die USA indirekte Gespräche in Oman. Ein ranghoher iranischer Sicherheitsbeamter besuchte diese Woche Oman und Katar, um über Vermittler Nachrichten mit Washington auszutauschen. Direkte Verhandlungen kamen jedoch nicht zustande, wie AP berichtete.
Trump sprach am Mittwoch zudem mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Dieser drängt die US-Regierung dem Bericht zufolge, Druck auf den Iran auszuüben, damit dieser sein Raketenprogramm zurückfahre und die Unterstützung für Gruppen wie Hamas und Hisbollah einstellt.
Arabische Staaten warnten bereits, ein Angriff auf den Iran könne zu einem weiteren regionalen Konflikt eskalieren. Das Weiße Haus reagierte laut AP zunächst nicht auf eine Anfrage.
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