Die US-Luftwaffe hat nach Berichten der Financial Times und des israelischen Senders Channel 12 Dutzende Militärflugzeuge auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv stationiert. Eine von der Financial Times ausgewertete Satellitenaufnahme zeigt demnach in dieser Woche 52 Militärmaschinen auf dem Vorfeld, überwiegend Tankflugzeuge zur Luftbetankung von Kampfjets. Im März seien es noch rund 36 Maschinen gewesen, während der im April in Kraft getretenen Waffenruhe 47.
Wie Channel 12 in dieser Woche in seiner Hauptausgabe berichtete, hat Israel von amerikanischer Seite die Mitteilung erhalten, dass die Tankflugzeuge mindestens bis Ende 2027 im Land bleiben sollen.
Beschwerde der Zivilluftfahrtbehörde
Der Leiter der israelischen Zivilluftfahrtbehörde, Shmuel Zakay, beschwerte sich nach Angaben von Channel 12 in einem Schreiben an Verkehrsministerin Miri Regev über die Folgen der Stationierung. „Der Flughafen Ben Gurion wird wie ein Militärstützpunkt und nicht wie ein ziviler Flughafen betrieben“, zitierte der Sender aus dem Brief. Israelische Fluggesellschaften müssten ihre Maschinen teils im Ausland parken, hieß es weiter.
Ein Pilot der Fluggesellschaft El Al sagte der Financial Times, die Sicherheitsabläufe erforderten inzwischen eine ständige Abstimmung mit dem Militär. „Das Risiko ist erheblich, nicht nur durch Raketen, sondern auch durch die Enge im Luftraum“, sagte der Pilot, der zuvor für die israelische Luftwaffe geflogen war.
Mögliche Auswirkungen auf Flugverkehr
Nach Darstellung der Jerusalem Post könnten die Präsenz der US-Maschinen ausländische Fluggesellschaften davon abhalten, ihre regulären Verbindungen nach Tel Aviv wieder vollständig aufzunehmen. Dies könne sich auch auf die Ticketpreise auswirken.
Ben Gurion war während des Krieges zwischen Israel, den USA und dem Iran mehrfach Ziel von Angriffen. Auch der kleinere Flughafen Ramon im Süden des Landes wird laut Financial Times inzwischen zum Abstellen von mindestens zehn US-Tankflugzeugen genutzt. Das israelische Militär und das Verkehrsministerium äußerten sich auf Anfrage der Financial Times zunächst nicht.
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