Alljährlich läutet die Berlin Art Week im September die Herbstsaison der Berliner Kunstszene ein. Mit über 100 Museen, Sammlungen, Galerien, Projekträumen und sogar einer Kunstmesse verwandelt sich Berlin vom 9. bis 13. September in ein vielfältiges Kunstfestival.
Zwischen den abwechslungsreichen Programmpunkten kann man schnell den Überblick verlieren. Darum haben wir einige Highlights und Tipps zusammengestellt, die Sie diese Woche nicht verpassen sollten.
1. Flughafen Tempelhof: Kunst und Mode bei Positions & Fashion Positions
Wer die Art Week in ihrer ganzen Breite erleben möchte, kommt an der Positions Kunstmesse nicht vorbei. Während der Art Week präsentieren 96 internationale Galerien aus 20 Ländern in den Hangars 5 und 6 des ehemaligen Flughafens Tempelhof ihre wichtigsten Positionen aus zeitgenössischer und moderner Kunst.
Auf über 10.000 Quadratmetern erwartet Sie ein Rahmenprogramm aus Sonderausstellungen, Talks und Awards. Wer Lust auf Drinks & Musik hat, kann am Donnerstag ab 21 Uhr kostenlos zur Opening Party gehen.
Direkt eingebettet in die Messe: die Fashion Positions. 20 ausgewählte Berliner Designer präsentieren ihre Kollektionen nicht auf dem Laufsteg, sondern in individuellen Installationen – Mode als eigenständige Kunstform, die in direktem Dialog mit der zeitgenössischen Kunstwelt steht.
Wer mehr als nur schauen möchte, findet im angrenzenden Fashion Passion Shop ausgewählte Stücke zum Erwerben. Der Umsatz geht vollständig an die Designer.
POSITIONS Art Fair & Fashion Positions. Donnerstag, 10. September bis Sonntag, 13. September, Flughafen Tempelhof, Hangar 5–6. Tickets ab 15 Euro. Weitere Informationen unter positions-berlin.com
2. Platte.Berlin: Art/Platte
Zum fünften Geburtstag wird der experimentelle Modeladen Platte in der Memhardstraße zum Begegnungsraum. Im Rahmen der Art Week Berlin verwandelt sich der Store in einen Ausstellungsort. Kuratiert vom Künstler Thomias Radin zeigt die Gruppenausstellung „Hypogeum“ Arbeiten von zehn Berliner Kunstschaffenden. Das Projekt untersucht „den menschlichen Geist als Ort ständiger Bewegung und inneres Labyrinth aus Erinnerung, Imagination und Unbewusstem.“
So bringt die Croissant Session am Samstag Mittag Musik, Design, Mode und kreativen Austausch bei einem Matcha oder Kaffee zusammen – ein perfekter Start in den vorletzten Tag der Art Week.
Um 17 Uhr beginnt die Show „360degrees“ des HTW-Fachbereichs Modedesign. Modestudierende präsentieren ihre Arbeiten und ermöglichen in einer multidimensionalen Präsentation das vollständige Eintauchen des Betrachters in ihr Werk.
Art/Platte. Mittwoch, 9. September bis Samstag, 12. September, Platte.Berlin, Memhardstraße 8. Eintritt frei. Weitere Informationen unter platte.berlin
3. Akademie der Künste: Metaxy
Kriege, Konflikte und ökologische Katastrophen zerstören weltweit Städte und Lebensräume. Den anschließend zwingend folgenden Wiederaufbau beleuchtet die Ausstellung „Metaxy: Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau“.
Für die Akademie der Künste steht der Zeitraum zwischen Zerstörung und Wiederaufbau im Kern des Interesses. Was passiert, bevor der Wiederaufbau beginnt? Das Projekt richtet den Blick auf jenen unsicheren Moment zwischen den Aggregatszuständen.
Internationale Künstler und Raumpraktiker, darunter Eyal Weizman, Maja Bajević und Marina Tabassum Architects, nähern sich diesen Fragen aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Begleitend gibt es Symposien, Filmscreenings, Performances und szenische Lesungen.
Metaxy: Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau. Eröffnung Mittwoch, 9. September, 18:30–22 Uhr. Laufzeit 10. September bis 6. Dezember. Akademie der Künste, Hanseatenweg 10. Eintritt zur Eröffnung frei, danach ab 7 Euro. Öffnungszeiten und weitere Informationen unter adk.de
4. Konrad Fischer Galerie: Martin Margiela in Berlin
1988 gründete er eines der einflussreichsten Modehäuser der Welt – und prägt die Modewelt mit seinen Designs bis heute grundlegend. Seit 2009 widmet sich Martin Margiela ausschließlich seiner künstlerischen Praxis.
Zur Art Week Berlin zeigt die Konrad Fischer Galerie in Mitte eine Einzelausstellung des belgischen Künstlers: Alltagsgegenstände, Materialien und deren fortwährende Transformation stehen im Mittelpunkt seines Werks, das mittlerweile in institutionellen Sammlungen weltweit vertreten ist.
Die Eröffnung findet im Rahmen der Gallery Night am Donnerstag statt – parallel zu einer Einzelausstellung von Alan Charlton in denselben Räumen. Die Ausstellung läuft anschließend bis zum 19. Dezember.
Martin Margiela in Berlin. Eröffnung Donnerstag, 10. September, 18-22 Uhr. Laufzeit 10. September bis 19. Dezember. Konrad Fischer Galerie, Neue Grünstraße 12. Eintritt frei. Öffnungszeiten und weitere Informationen unter konradfischergalerie.de
5. Garten an der Neuen Nationalgalerie: Videoart at Midnight
Vier Abende lang wird der Berlin Art Week Garten an der Neuen Nationalgalerie zum Open-Air-Kino – und zum Schaufenster einer jungen, international ausgerichteten Berliner Kunstszene.
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Gezeigt werden in diesem Jahr aktuelle Arbeiten von Künstlern am Beginn ihrer professionellen Laufbahn aus vier unterschiedlichen Berliner Programmen und Initiativen.
Die Filme werden nicht als Einzelwerke im Ausstellungsraum gezeigt, sondern als gemeinsames Kinoerlebnis präsentiert – in der Dunkelheit, unter freiem Himmel. Ein Ort der Begegnung und der Entdeckung neuer Formen des bewegten Bildes.
Open Air Kino in Kooperation mit Videoart at Midnight. Donnerstag, 10. September bis Sonntag, 13. September, jeweils 20:30–21:30 Uhr, Berlin Art Week Garten an der Neuen Nationalgalerie. Eintritt frei. Weitere Informationen unter berlinartweek.de
6. Neuer Berliner Kunstverein: Projektionen auf den Osten
Osten ist längst mehr als eine Himmelsrichtung. Er ist eine politische, kulturelle und ideologische Projektionsfläche. Das Ausstellungs- und Diskursprojekt „Projektionen auf den Osten“ im Neuen Berliner Kunstverein fragt, welche Zuschreibungen sich an die Begriffe Ost und West knüpfen und wie diese Dichotomie unsere Gegenwart strukturiert.
Internationale Künstler, Wissenschaftler und Autoren, darunter Hito Steyerl, Gabriele Stötzer und Andrzej Steinbach, setzen sich mit DDR-Erinnerungspolitik, Antisemitismus, postsozialistischen Transformationen und geopolitischen Spannungen auseinander.
Projektionen auf den Osten. Eröffnung Mittwoch, 9. September, 18–22 Uhr. Laufzeit 10. September bis 8. November. Neuer Berliner Kunstverein, Chausseestraße 128/129. Eintritt frei. Weitere Informationen unter nbk.org
7.Garten an der Gemäldegalerie: Kunst nach der KI
Was verändert künstliche Intelligenz an den Bedingungen, unter denen Kunst entsteht, erfahren und bewertet wird? Dieser Frage widmet sich das Gesprächsprogramm „Neue Bedingungen: Kunst nach der KI“ am Freitag im Berlin Art Week Garten an der Gemäldegalerie.
Das Programm reicht von Künstlergesprächen über KI als kreatives Werkzeug und sozialen Begleiter bis hin zu einem Abschlusspanel, das fragt, wie die Kunstwelt insgesamt auf diesen Umbruch reagiert.
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Unser Highlight: Der Vortrag zu Kreativität und KI vom deutschen Illustrator Christoph Niemann. Der Vortrag findet auf Englisch statt.
Neue Bedingungen: Kunst nach der KI. Freitag, 11. September, 12–16 Uhr. Berlin Art Week Garten an der Gemäldegalerie. Eintritt frei. Weitere Informationen unter berlinartweek.de
8. Georg Kolbe Museum: Everybody. Performance Festival
Was kann ein Körper? Und was wird in ihn eingeschrieben, wie wird er geprägt?
Das Performance Festival „everybody“ findet im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung im Georg Kolbe Museum statt. Es beleuchtet den Körper als dynamisches Gefüge, geprägt von sozialen, historischen und emotionalen Einschreibungen.
Die drei Performancekünstler Monilola Olayemi Ilupeju, Janne Kummer und Lauryn Youden erforschen Verletzlichkeit, Verbundenheit, Autonomie und Widerstand – und machen den Körper dabei nicht nur sichtbar, sondern spürbar.
everybody. Performance Festival. Sonntag, 13. September, 14–17 Uhr, gleichnamige Ausstellung noch bis zum 29. November. Georg Kolbe Museum, Sensburger Allee 25. Eintritt frei. Weitere Informationen unter georg-kolbe.museum.de
9. Byredo Flagship Store: Byredo zeigt Christian Stemmler zur Berlin Art Week
Zur Berlin Art Week lädt die Duftmarke Byredo zu einer ungewöhnlichen Begegnung ein: Im Flagship Store in Berlin Mitte zeigt der Berliner Fotograf Christian Stemmler Arbeiten aus drei Jahrzehnten – Gesichter, Körper, Statuen, Landschaften und Blumen, aufgenommen in Berlin, Tiflis, Paris und Italien.
Anlass ist der Launch des neuen Eau de Parfüm „Future Memories“. Stemmler, dessen Werk sich um queere Individuen, Körperbilder und die Wahrnehmung von Schönheit dreht, knüpft an die Kernfrage des Dufts an: „Was wählst du heute, um es morgen zu erinnern?“
Seine Fotografien fangen Momente ein, die kurz davor sind, zu ewigen Erinnerungen zu werden.
Byredo X Christian Stemmler. Donnerstag, 10. September bis Samstag, 12. September. Byredo Flagship Store Berlin Mitte, Alte Schönhauser Straße 16. Eintritt frei.
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