In vielen Berliner Plattenbauten gehörte ein eigenes Kellerabteil zum Wohnalltag. Hier fand alles seinen Platz, was im Alltag länger nicht benötigt wurde. Mittlerweile hat sich die (Wohn-)Situation allerdings geändert. Da Wohnraum knapp und teuer ist, werden kompakte Wohnformen immer wichtiger… und nicht zu jeder Wohnung gehört ein eigener Keller mit ausreichend Abstellfläche. Aber wohin mit Fahrrädern, Umzugskartons und anderen Gegenständen, die zwar nicht täglich genutzt werden, aber trotzdem immer spontan zur Verfügung stehen sollen? Die folgenden Abschnitte beleuchten, wie Berliner mit dieser Herausforderung umgehen.
Wenn der Keller fehlt: Welche Alternativen gibt es in Berlin?
Wer in einer kleinen Berliner Wohnung lebt und keinen Keller zur Verfügung hat, muss sich oft früher oder später nach anderen Aufbewahrungsmöglichkeiten umsehen. Besonders beliebt sind in diesem Zusammenhang externe Lagerräume. Diese stehen in ganz unterschiedlichen Größen zur Verfügung. Egal, ob bei einem Umzug, einer Renovierung oder dauerhaft: Wer einen Lagerraum mietet, profitiert von verschiedenen Vorteilen.
Möbel, Kartons mit persönlichen Erinnerungsstücken, Sportausrüstung oder saisonal genutzte Gegenstände können so bequem aufbewahrt werden, sind greifbar und nehmen zuhause keinen Platz in Anspruch.
Zusatztipp: Bei der Suche nach einem passenden Lagerraum ist es wichtig, auf Details zu achten. So sollten zum Beispiel empfindliche Möbel, Bücher oder elektronische Geräte möglichst trocken und geschützt vor Temperaturschwankungen aufbewahrt werden.
Die folgenden Fragen helfen dabei, eine passende Lösung für den eigenen Bedarf zu finden bzw., die Auswahl ein wenig einzugrenzen:
Ein günstiger Lagerraum am anderen Ende Berlins kann sich als unpraktisch erweisen, wenn diejenigen, die hier einlagern, regelmäßig auf ihr Hab und Gut zugreifen möchten. Umso wichtiger ist es, nicht allein auf die Preise, sondern auf das „Gesamtpaket" zu achten.
Welche Rolle spielte der Keller im DDR-Plattenbau?
Der Plattenbau war in gewisser Weise die Antwort auf den Wohnungsmangel in der DDR. Besonders seit den 1970er-Jahren entstanden in Ostberlin, unter anderem in Marzahn und Hellersdorf, große Wohnsiedlungen. Um sie zu bauen, brauchte es nicht viel Zeit. Standardisierte Bauteile ermöglichten es, vergleichsweise schnell zahlreiche Gebäude zu errichten.
Für viele Bewohner war der Einzug in eine solche Neubauwohnung mit deutlich mehr Komfort verbunden. Zentralheizung, Warmwasser und ein eigenes Badezimmer gab es in vielen unsanierten Altbauwohnungen nicht.
Neben der eigentlichen Wohnung wurden allerdings auch zusätzliche Nutzflächen relevant. In vielen Plattenbauten gab es Kellerabteile, die den Bewohnern individuell zugeordnet wurden. Diese wurden genutzt wie heute. Es wurde gelagert, organisiert und manchmal auch vergessen, dass „Gegenstand XY" nicht schon längst entsorgt worden war.
Zusatztipp: Wer sich heute ein Bild davon machen möchte, wie die Menschen damals lebten, kann die rekonstruierte Plattenbau-Museumswohnung in Berlin-Hellersdorf besuchen. Sie zeigt anhand einer Wohnung aus dem Jahr 1986, wie ein typischer Wohnalltag in einer DDR-Neubauwohnung aussehen konnte.
Das Platzangebot in Berliner Wohnungen im Laufe der Zeit
Berlin hat sich seit der Wiedervereinigung stark verändert. Unter anderem sorgt der angespannte Wohnungsmarkt dafür, dass die Frage danach, wie vorhandene Flächen möglichst effizient genutzt werden können, in den Fokus rückt. Daher entstehen aktuell, neben klassischen Mietwohnungen, auch kompakte Wohnangebote, wie Mikroapartments für Studierende oder Berufspendler oder der Modulbau.
Wohnformen wie diese bringen mehrere Funktionen auf wenigen Quadratmetern zusammen. Schlafen, Arbeiten, Kochen und Wohnen… all das findet teilweise in einem einzigen Raum statt. Für große Schränke oder zusätzliche Abstellkammern bleibt dabei häufig wenig Platz.
Allerdings bedeutet eine kleinere Wohnung nicht automatisch, dass hier kein Platz für verschiedene Nebenflächen, wie zum Beispiel Abstellräume, wäre. Ob und in welchem Umfang diese integriert werden können, ist vor allem von den baulichen und rechtlichen Voraussetzungen abhängig. Wer sich hier weiter informieren möchte, kann unter anderem einen Blick in die Berliner Bauordnung werfen. § 48 bezieht sich zum Beispiel auf Anforderungen, die an Abstellräume für Rollstühle, Rollatoren, Kinderwagen und Fahrräder in bestimmten Wohngebäuden gestellt werden.
Info: Die gesetzlichen Vorgaben rund um Wohnungen und Abstellräume haben sich im Laufe der Zeit deutlich verändert. Seit Juli 2026 gibt es keine allgemeine Pflicht mehr, in Gebäuden für jede Wohnung einen eigenen, ausreichend großen Abstellraum zur Verfügung zu stellen
Vom alten Keller zu neuen Möglichkeiten: Was passiert mit Berlins Kellergeschossen?
In Berlins Kellern werden nicht nur private Gegenstände aufbewahrt. Je nach Gebäude und baulichen Voraussetzungen können hier unter anderem Fahrradstellplätze, Technikräume oder gemeinschaftlich genutzte Flächen entstehen.
Gerade bei der Modernisierung älterer Wohngebäude stellt sich die Frage, wie die (vielleicht schon seit Jahrzehnten) vorhandenen Nebenräume künftig genutzt werden sollen. Immerhin nehmen moderne Heizungs- und Gebäudetechnik, Hausanschlüsse oder zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten Flächen in Anspruch, die anschließend nicht mehr für andere Zwecke zur Verfügung stehen.
Immer wieder zeigt sich dabei, dass in Berlin nicht nur Wohnungen um begrenzte Flächen konkurrieren. Auch innerhalb bestehender Gebäude geht es darum, unterschiedliche Nutzungsansprüche miteinander zu verbinden.
Die Nachfrage nach zusätzlichem Stauraum bleibt hoch: Tipps für eine effiziente Raumnutzung
Die gute Nachricht: Auch dann, wenn kein Keller zur Verfügung steht, gibt es Möglichkeiten, den vorhandenen Platz besser auszunutzen. Den Bewohnern sollte es nicht darum gehen, möglichst viele Möbel aufzustellen. Sinnvoller ist es, vorhandene Flächen sinnvoll in die allgemeine Raumgestaltung einzubeziehen. Aber wie? Die folgenden Tipps sind es definitiv wert, beachtet zu werden.
Tipp Nr. 1: Multifunktionale Möbel
Multifunktionale Möbel können sich im Alltag als besonders praktisch erweisen. Unter einem Bett mit integrierten Schubladen lassen sich Bettwäsche oder Kleidung, die gerade nicht benötigt werden, bequem aufbewahren. Sitzbänke mit Stauraum bieten dieselben Vorteile.
Tipp Nr. 2: In die Höhe denken
Wenn eine Wohnung vergleichsweise wenig Grundfläche bietet, ist es hilfreich, den Raum nach oben zu gestalten. Hohe Regale schaffen zusätzliche Ablageflächen, ohne entsprechend viel Grundfläche zu beanspruchen. Wichtig: Schwere Gegenstände sollten im Idealfall möglichst weit unten gelagert werden. Im Zusammenhang mit hohen Möbeln ist es ratsam, für eine zusätzliche Befestigung an der Wand zu sorgen, um ein mögliches Umkippen zu vermeiden.
Tipp Nr. 3: Die Ecken in die Raumgestaltung einbeziehen
In kleineren Nischen verbirgt sich oft ein hohes Gestaltungspotenzial. Ein schmaler Schrank im Flur oder ein passgenaues Regal in einer bislang ungenutzten Ecke können zusätzlichen Platz schaffen.
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