Gastronomie

Ohne Hund am Nebentisch: Berliner Lokale, in denen Vierbeiner draußen bleiben

Nicht jeder freut sich über einen Hund unter dem Nachbartisch. Auch für Menschen mit Allergie oder Angst vor Hunden gibt es in Berlin passende Adressen.

Marie Hartmann
Marie Hartmann
6 Min
Kaffee, Dinner, Cocktail: In diesen fünf Berliner Lokalen bleiben Hunde draußen.

Kaffee, Dinner, Cocktail: In diesen fünf Berliner Lokalen bleiben Hunde draußen.

© Unsplash, Imago

Vor wenigen Tagen haben wir fünf Berliner Cafés und Restaurants vorgestellt, in denen Hunde willkommen sind. Dort gibt es Wassernäpfe, Leckerlis und Platz unter dem Tisch. Für viele  Leser ist das eine gute Nachricht. Manche sehen das ganz anders.

Wer eine Hundehaarallergie hat, verbringt den Abend ungern mit juckenden Augen. Wer Angst vor Hunden hat, kann seinen Kaffee kaum genießen, wenn unter dem Nebentisch einer liegt. Und manche möchten beim Essen einfach ihre Ruhe haben. Auch für sie gibt es in Berlin schöne Orte. Wir stellen vier Lokale vor, in denen Hunde draußen bleiben müssen.

Hundefrei, mit einer Ausnahme

Auf die folgenden Adressen hat uns die App Souldog gebracht. Alice Jahn und Pascal Frey aus Potsdam haben für ihre App mehr als 50.000 Lokale gefragt, ob Gäste ihren Hund mitbringen dürfen, und längst nicht immer ein Ja bekommen.

Mal ist der Gastraum zu klein, mal verbietet die Hausordnung eines Museums Hunde, mal möchte der Betreiber einfach ein hundefreies Lokal führen.

Allergie, Angst oder einfach der Wunsch nach Ruhe: Nicht jeder möchte beim Essen einen Hund in der Nähe haben. Auch für diese Gäste gibt es in Berlin passende Lokale.

Allergie, Angst oder einfach der Wunsch nach Ruhe: Nicht jeder möchte beim Essen einen Hund in der Nähe haben. Auch für diese Gäste gibt es in Berlin passende Lokale.

© Unsplash

Das darf er auch, denn ob Hunde mit hinein dürfen, entscheidet grundsätzlich jeder Betrieb selbst. Für Hundebesitzer mag der Ausschluss des geliebten Waldi oder Bello ärgerlich sein, aber dann wissen sie wenigstens vorher Bescheid. Wer lieber ohne Hund essen geht, kann diese Liste dagegen als Empfehlung lesen.

Übrigens: Für Assistenzhunde wie Blindenführhunde gilt eine Ausnahme. Menschen mit Behinderung darf der Zutritt mit einem gekennzeichneten Assistenzhund grundsätzlich nicht verweigert werden.

Café Max: Kuchen am Kamin mit Blick auf den Wannsee

Wer an einem grauen Herbstnachmittag an den Wannsee fährt, findet in der Liebermann-Villa einen der schönsten Orte für Kaffee und Kuchen. Das Café Max befindet sich in der früheren Küche des Sommerhauses, das sich der Maler Max Liebermann am Ufer bauen ließ.

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Nach einem Museumsbesuch in der Liebermann-Villa lässt sich der weitläufige Garten erkunden und im Museumscafé gibt es Kaffee und Kuchen.

Nach einem Museumsbesuch in der Liebermann-Villa lässt sich der weitläufige Garten erkunden und im Museumscafé gibt es Kaffee und Kuchen.

© Jürgen Ritter/Imago

Kuchen, Torten und kleine herzhafte Gerichte holen sich die Gäste selbst am Tresen. Danach können sie im hellen Speisesaal, auf der großen Terrasse mit Seeblick oder am Kamin Platz nehmen. Gerade jetzt im Herbst lockt vor allem der Kamin.

Hunde dürfen weder ins Museum noch ins Café. Das Haus erinnert auf seiner Website mit einem Augenzwinkern an Liebermanns Dackel Männe: Selbst er müsste heute draußen warten. Wer doch mit Hund kommt, kann ihn am Museumseingang anbinden.

Im Café Max können Besucher des Liebermann-Museums am Wannsee Getränke, Kuchen und Torten sowie kleine, herzhafte Speisen genießen.

Im Café Max können Besucher des Liebermann-Museums am Wannsee Getränke, Kuchen und Torten sowie kleine, herzhafte Speisen genießen.

© Jürgen Ritter/Imago

Das Café ist nur mit einer Eintrittskarte für das Museum zugänglich. Die Kaffeepause lässt sich deshalb gut mit einem Rundgang durch Haus und Garten verbinden.

Café Max in der Liebermann-Villa. Colomierstraße 3, 14109 Berlin. Oktober bis März täglich außer dienstags, jeweils 11–17 Uhr; April bis September täglich außer dienstags, jeweils 10–18 Uhr. Zutritt nur mit Museumsticket.

Lovis: Abendessen im ehemaligen Frauengefängnis

Hinter einer grauen Stahltür auf der Kantstraße liegt ein ruhiger, begrünter Hinterhof. Hier befindet sich das Lovis: Das Restaurant gehört zum familiengeführten Hotel Wilmina, das in einem denkmalgeschützten ehemaligen Frauengefängnis untergebracht ist. Das Gebäude stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Gegessen wird im früheren Schleusenhof, der heute überdacht und verglast ist. Backsteinwände, hohe Decken und Leuchten, die den Raum wie in Sternenlicht tauchen, geben ihm eine besondere Stimmung.

Küchenchefin Sophia Rudolph interpretiert traditionelle deutsche Gerichte neu und setzt auf saisonale und regionale Produkte, vor allem auf Gemüse.

Auf der Karte stehen ein Menü und À-la-carte-Gerichte, klassisch, vegetarisch oder auf Wunsch vegan. Auch im Guide Michelin 2026 ist das Lovis vertreten. Vor dem Essen kann man an der Bar einen Aperitif trinken. Nur Hunde müssen leider draußen bleiben.

Lovis. Kantstraße 79, 10627 Berlin. Restaurant: Dienstag bis Samstag, jeweils 18.30–22 Uhr; Bar: Dienstag bis Sonntag, jeweils 18–1 Uhr.

Becketts Kopf: Klingeln, Platz nehmen, Cocktail trinken

An Becketts Kopf in der Pappelallee kann man leicht vorbeilaufen. Es gibt keine Leuchtreklame, die Vorhänge sind zugezogen. Nur das Porträt des irischen Dramatikers Samuel Beckett zeigt, dass man richtig ist. Um hineinzukommen, muss man klingeln.

Drinnen ist es klein und gedämpft beleuchtet, man sitzt auf einem roten Ledersofa. Die Bar hat sich auf Cocktailklassiker aus den Jahren 1880 bis 1910 und englische Drinks der 1920er-Jahre spezialisiert. Das Eis wird von Hand geschnitten, die Säfte sind frisch gepresst, serviert wird in antiken Gläsern. Wer sich nicht entscheiden kann, lässt sich beraten. Der Barkeeper fragt nach Vorlieben und Stimmung und schlägt dann einen Drink vor.

Bei Becketts Kopf kann man sich lange durchprobieren: 16 ausgefallene Drinks stehen auf der Karte.

Bei Becketts Kopf kann man sich lange durchprobieren: 16 ausgefallene Drinks stehen auf der Karte.

© David Heerde/Imago

Weil die Bar so klein ist, haben Hunde hier keinen Platz. Für die Gäste heißt das: mehr Platz auf dem Sofa und ein Abend, an dem sich alles um die besonderen Cocktails dreht.

Becketts Kopf. Pappelallee 64, 10437 Berlin. Mittwoch bis Samstag ab 20 Uhr.

Sampor-Kaffee: Frische Bohnen und Geschichten aus Heiligensee

Ganz im Norden Berlins hat sich Christian Sakowski einen langgehegten Wunsch erfüllt. Der gebürtige Berliner arbeitete fast 30 Jahre in der Chemiebranche. Dann ließ er sich zum Barista und Kaffeeröster ausbilden und eröffnete das Sampor.

Der kleine Laden an der Ruppiner Chaussee ist Kaffeegeschäft und Café zugleich. In den Regalen stehen Röstungen aus Berliner Kaffeeröstereien, als ganze Bohnen in Kraftpapiertüten abgefüllt.

Manche Mischungen tragen liebevolle Namen wie „Reinickendorfer Kaffeekränzchen“ oder „Heiligenseer Familienkaffee“. Der Kaffee kommt aus einem italienischen Siebträger, dazu gibt es kleine Pasticcini oder Biscotti.

Hier müssen Hunde ebenfalls draußen bleiben. Der Grund dafür ist der Lebensmittelverkauf, der zum Café gehört. Im Sommer können Gäste mit Hund auf die überdachte Terrasse ausweichen, im Winter ist sie allerdings geschlossen.

Sampor-Kaffee Berlin. Ruppiner Chaussee 289, 13503 Berlin. Mittwoch bis Freitag, jeweils 12–18 Uhr; Samstag, 10–18 Uhr; Sonntag, 12–18 Uhr.

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