Berlin prämiert die Erben der Mauer", überschreibt die regierungsnahe Tageszeitung "Il Giornale" ihren Bericht über die Hauptstadtwahl vom vergangenen Sonntag. "Ost-Berlin stimmt seit Jahren für die Erben der Mauer und der Stasi, die alle Formen des Protestes zu sammeln verstehen", heißt es in dem Blatt. Für den Fall einer Koalition der SPD mit der PDS sieht der Korrespondent der Zeitung, die dem Bruder des Regierungschefs Silvio Berlusconi gehört, eine neue Teilung Deutschlands voraus - auf der einen Seite Berlin, wo die Ex-Kommunisten wieder mit regieren dürfen, auf der anderen Seite der Rest des Landes. Die führende Tageszeitung des Landes, der "Corriere della Sera", reduziert die Entscheidung bei der Wahl auf einen klaren Sieg "des berühmtesten Homosexuellen und des berühmtesten Kommunisten Deutschlands". Darin zeige sich die "Janusköpfigkeit" Berlins, heißt es. Die Stadt sei "zugleich modern und zukunftsorientiert, aber auch tief gezeichnet von der Geschichte und unfähig, sich aus dem Netz der Vergangenheit zu befreien", schreibt das Blatt. (tg.)
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