Fünf Minuten dauert es, wenn Ralf Sobiechowski aus dem brandenburgischen Neu-Lindenberg (Barnim) zur Arbeit nach Hohenschönhausen (Berlin) fährt. Normalerweise. Denn seit Ende vergangener Woche muss der Unternehmer einen Umweg von mehr als einer Stunde in Kauf nehmen. Weil der Birkholzer Weg als direkte Verbindung zwischen der brandenburgischen Gemeinde und Berlin gesperrt ist, nutzt er jetzt die Bundesstraße 2 durch Malchow. Und die ist während des Berufsverkehrs voll. "Ich könnte auch versuchen, über den Birkholzer Weg zu fahren", sagt Sobiechowski. Doch da besteht die Gefahr, von der Polizei angehalten und zurückgeschickt zu werden. "Ein unzumutbarer Zustand", sagt er. Schuld an dem Zustand am nordöstlichen Stadtrand ist ein Streit zwischen dem Bezirksamt Lichtenberg-Hohenschönhausen und dem Amt Ahrensfelde/Blumberg, das für Lindenberg verantwortlich ist. Wie berichtet hatten die Brandenburger die Ortsdurchfahrt nach Lindenberg an der Lindenberger Straße gesperrt - die Strecke zwischen Wartenberg und der Gemeinde gilt als Ausweichroute zur Bundesstraße 2 und zur Autobahn A 10. "Die Straße verträgt die Belastung von 9 000 Autos täglich nicht", sagt Amtsdirektor Bernhard Wollermann (SPD). Um Schlimmeres zu verhindern, ließ er sie deshalb zur Sackgasse umfunktionieren - mit Sandhaufen und Baumstämmen. Die Folge: Wer nach Lindenberg wollte, fuhr durch die Siedlung Wartenberg über den Birkholzer Weg. Doch der ist seit Freitag, wie zwei weitere nach Brandenburg führende Straßen, dicht. "Die Straße hält das auch nicht aus", sagt Andreas Geisel (SPD), Baustadtrat von Lichtenberg-Hohenschönhausen. Und weil sich sowohl die Brandenburger als auch die Berliner um die Straßen sorgen, sind kurzerhand alle Verbindungswege gekappt. Nur der Bus und Anlieger dürfen drei von vier Straßen passieren. Wer in die Wartenberger Siedlung rund um den Birkholzer Weg will, wird morgens und abends von der Polizei kontrolliert und durchgewunken. Ein Zustand wie zuletzt beim Mauerbau, sagen Anwohner. Betroffene berichten auch davon, dass Fahrzeuge mit den Buchstaben "BAR" am Nummernschild häufig zurückgeschickt werden. Anwohner fordern die Verantwortlichen auf, schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Die soll es auch geben, sagt Baustadtrat Andreas Geisel. Er will sich am heutigen Donnerstag zum zweiten Mal mit dem zuständigen brandenburgischen Amtsdirektor Bernhard Wollermann treffen. "Was bei unserem Gespräch rauskommt, weiß ich aber noch nicht", sagt er. Dennoch wolle man die Wogen glätten und eine Lösung finden, mit der sowohl die Brandenburger als auch die Berliner leben können. "So wie es ist, kann es nicht bleiben", sagt Geisel.Allerdings kommt für die Verwaltungen der Bau einer Ausweichroute nicht in Frage. Denn dafür haben sie kein Geld. "Da muss sich jetzt die gemeinsame Landesplanung beider Bundesländer Gedanken machen", sagt Geisel.BERLINER ZEITUNG/WULF OLM BLZ / KATRIN BORN Kein Weg von Berlin nach Brandenburg und umgekehrt. Zufahrt nur für Anwohner: Am Birkholzer Weg in Wartenberg müssen Lindenberger seit Freitag kehrt machen.
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