Ein Rohöltanker ist in der Nacht zum Samstag rund vier Seemeilen östlich der Küste des Oman von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Das meldete die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf den Kapitän des Schiffes.
Der Tanker sei auf der Backbordseite getroffen worden. Alle Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit, Umweltschäden wurden zunächst nicht gemeldet.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa ereignete sich der Vorfall nahe der nördlichen Spitze des Oman, wo die Enklave Musandam in die Meerenge der Straße von Hormus hineinragt. Das Schiff befand sich zu diesem Zeitpunkt weniger als acht Kilometer von der Küste entfernt.
Die zuständigen Behörden hätten Ermittlungen aufgenommen, teilte die UKMTO weiter mit. Anderen Schiffen in dem Gebiet werde geraten, mit erhöhter Vorsicht zu fahren und verdächtige Beobachtungen zu melden.
Zweiter Vorfall Stunden zuvor
Laut der Nachrichtenagentur AFP wurde in der Straße von Hormus bereits einige Stunden zuvor ein weiterer Tanker von einem unbekannten Geschoss getroffen. Dieser Angriff habe einen Brand und einen Stromausfall an Bord ausgelöst.
Das Feuer sei inzwischen gelöscht, Opfer oder Umweltschäden habe es nicht gegeben. Das Schiff habe seine Fahrt fortgesetzt. Zu Flaggenstaat sowie Start- und Zielhafen machte die UKMTO keine Angaben.
Meerenge als strategischer Engpass
Die Straße von Hormus ist für den weltweiten Handel mit Öl und Gas sowie den Transport von Düngemitteln und Chemikalien von zentraler Bedeutung. An ihrer engsten Stelle ist sie nur rund 35–40 Kilometer breit.
Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran hat Teheran die Meerenge nach Angaben von AFP weitgehend blockiert und attackiert dort regelmäßig Schiffe. Die USA verhängten im Gegenzug eine Seeblockade iranischer Häfen. In der Folge sind die weltweiten Ölpreise stark gestiegen.
Angriffe auf verdeckt fahrende Öltanker verschärfen Krise in der Straße von Hormus
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