Bewegende Trauerfeier in der Gedächtniskirche für den ehemaligen Bundeswirtschaftsminister

Abschied von Günter Rexrodt

Christine Richter
3 Min

Nicht alle haben am Sonntagmittag in der Gedächtniskirche Platz gefunden: Mehr als 600 Menschen waren gekommen, um bei einem Trauergottesdienst Abschied von Günter Rexrodt zu nehmen. Der FDP-Politiker und ehemalige Bundeswirtschaftsminister war am 19. August überraschend an Herzversagen gestorben. Rexrodt war im Mai wegen einer Krebserkrankung operiert worden, hatte sich aber auf dem Weg der Besserung befunden. Er wurde 62 Jahre alt."Günter hatte ein schwaches Herz. Aber seine Freunde wussten: Es war ein besonders gutes Herz", sagte der frühere Präsident der Bundesverbandes Deutscher Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel. Er hielt auf Wunsch von Rexrodts Ehefrau Ingrid und des 20-jährigen Sohns Max "als Freund" eine sehr bewegende, sehr persönliche Rede. Henkel erinnerte daran, dass Rexrodt ein "ganz besonders lebensbejahender Mensch", ein Optimist gewesen sei, der alle Menschen mit der gleichen Höflichkeit und Respekt behandelt habe. "Den Bundeskanzler genauso wie seine Mitarbeiter im Ministerium", sagte Henkel. Die letzte Ehre erwiesen Rexrodt am Sonntag auch Bundespräsident Horst Köhler und seine Frau, der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und ihr Ehemann, der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle, der frühere FDP-Außenminister Hans-Dietrich Genscher und viele Freunde und politische Weggefährten. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) würdigte in einer Rede die Verdienste von Rexrodt. Dieser war in den 80er Jahren Finanzsenator in Berlin gewesen, dann, nach einem kurzen Abstecher in die private Wirtschaft, wurde er Wirtschaftsminister unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Nach dem Fall der Mauer kam Rexrodt zur Treuhandanstalt. "In einer Periode, in der alle Kräfte herausgefordert waren, hat Günter Rexrodt unserem Land in herausragender Weise gedient", sagte Clement. Rexrodt sei ein Mann gewesen, der immer zu seiner Überzeugung gestanden habe, der nie aufgegeben habe. Und Clement erinnerte an den überzeugten Berliner, der Rexrodt - 1941 geboren in Berlin, aufgewachsen im thüringischen Arnstadt - immer war. 1960 kam Rexrodt nach West-Berlin, für diese Stadt und für die deutsche Einheit setzte er sich stets ein. So sei es für Rexrodt keine Frage gewesen, dass mit der deutschen Einheit auch die Bundesregierung nach Berlin kommen müssten, sagte Clement. Rexrodt habe Anfang der 90er Jahre die größte Außenstelle eines Bundesministeriums in Berlin eingerichtet, jetzt sei das Wirtschaftsministerium "das schönste Gebäude" unter den Bundesministerien, so Clement. "Günter Rexrodt hat es selbst mitausgesucht." Der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff erinnerte an den großen Liberalen Rexrodt, der stets an die Freiheit als höchstes Gut der Menschen glaubte.Nach der Trauerfeier wurde Rexrodt im Familien- und Freundeskreis auf dem Friedhof an der Heerstraße beigesetzt. Den Sarg trugen die Sicherheitsbeamten, die Rexrodt in seiner Zeit als Bundeswirtschaftsminister geschützt haben. Auch sie haben den FDP-Mann hoch geschätzt.------------------------------Foto: Viele Blumen schmückten den Sarg von Günter Rexrodt.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner