China hat am Montag vier neue Hochgeschwindigkeitsstrecken gleichzeitig in Betrieb genommen. Nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft nahmen der Abschnitt Xiongan–Shangqiu der Bahn Peking–Hongkong, die Verbindung Xi'an–Ankang der Strecke Xi'an–Chongqing, die Linie Yichang–Xingshan sowie die Bahn Harbin–Yichun den regulären Verkehr auf.
Die vier Trassen liegen in Nord-, Nordwest-, Zentral- und Nordostchina. Zahlreiche Städte in diesen Regionen sind damit erstmals an das Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen.
Die 318 Kilometer lange Strecke von Harbin nach Yichun ist nach Angaben der Bahn die nördlichste Hochgeschwindigkeitsbahn des Landes. Wie die Zeitung Heilongjiang Daily unter Berufung auf die zuständige Bahndirektion berichtete, sinkt die schnellste Fahrzeit zwischen beiden Städten auf eine Stunde und 46 Minuten.
Die für Tempo 250 Kilometer pro Stunde ausgelegte Strecke hat neun Bahnhöfe. Der Bahnhof Yichun West ist nach Angaben des Betreibers der am weitesten nördlich gelegene Hochgeschwindigkeitsbahnhof Chinas. Die Trasse führt durch eine Region mit teilweise dauerhaft gefrorenem Boden, in der die Temperaturen im Winter bis auf minus 40 Grad fallen können, wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete.
Neue Achsen im Nord-Süd-Netz
Der 552 Kilometer lange Abschnitt Xiongan–Shangqiu ist Teil der Nord-Süd-Achse zwischen Peking und Hongkong. Sie gehört zu den Hauptstrecken des chinesischen Fernbahnnetzes, das die Bahn als Raster aus „acht vertikalen und acht horizontalen“ Linien beschreibt. Die für Geschwindigkeiten von bis zu 350 Kilometer in der Stunde ausgelegte Trasse hat 16 Bahnhöfe.
Wie die Zeitung The Beijing News berichtet, verkürzt sich die schnellste Fahrt zwischen Xiongan und Shangqiu auf zwei Stunden und 27 Minuten. Erstmals fahren zudem durchgehende Züge von Peking über diese Route nach Hefei und Huangshan sowie von Xiongan über die neue Strecke nach Shanghai Hongqiao.
Durchs Qinling-Gebirge in 45 Minuten
Die 171 Kilometer lange Verbindung Xi'an–Ankang durchquert das Qinling-Gebirge und verkürzt die Fahrzeit zwischen beiden Städten auf 45 Minuten. Die Strecke Yichang–Xingshan verbindet über 101 Kilometer zwei bestehende Hauptachsen. Auf der Verbindung Wuhan–Chongqing sinkt die schnellste Fahrzeit dadurch von bisher knapp fünf Stunden über die Route durch Xiangyang auf drei Stunden und 54 Minuten über die neue Strecke.
Für die vier Strecken waren zusammen knapp 170 Milliarden Yuan veranschlagt, umgerechnet rund 22 Milliarden Euro. Gebaut wurde je nach Strecke seit 2020, 2021 oder 2022. Die längste Bauzeit hatte Yichang–Xingshan mit rund sechs Jahren.
Tickets ab sieben Euro
Auf allen vier neuen Linien gilt nach Angaben der Bahngesellschaft ein flexibles, marktorientiertes Preissystem. In der zweiten Klasse kostet die Fahrt auf der 101 Kilometer langen Strecke von Yichang Nord nach Xingshan zum Start 54 oder 58 Yuan, umgerechnet rund sieben Euro.
Auf der 171 Kilometer langen Strecke von Xi'an Ost nach Ankang West sind es je nach Zug 76 bis 97 Yuan, rund zehn bis 13 Euro. Auf der 318 Kilometer langen Strecke von Harbin nach Yichun beginnen die Preise bei 145 Yuan, knapp 19 Euro.
Für viele Reisende liegen die Ticketpreise damit in einem erschwinglichen Bereich. Die Einkommen unterscheiden sich in China allerdings stark zwischen Stadt und Land.
Im ersten Halbjahr 2026 lag das verfügbare Einkommen nach Angaben des staatlichen Statistikamts landesweit bei durchschnittlich 22.981 Yuan pro Kopf, umgerechnet rund 500 Euro im Monat. In den Städten waren es monatlich rund 660 Euro, auf dem Land etwa 280 Euro.
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