Iran-Krieg

Indien bereitet offenbar erstmals Öltransporte durch Straße von Hormus vor

Seit Beginn des Iran-Kriegs ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weitgehend zum Erliegen gekommen. Nun bereitet Indien erstmals eigene Öltanker-Durchfahrten vor.

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Öltanker liegen in der Straße von Hormuz vor Bandar Abbas, Iran, vor Anker.

Öltanker liegen in der Straße von Hormuz vor Bandar Abbas, Iran, vor Anker.

© Amirhosein Khorgooi/dpa

Indien bereitet nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs die Entsendung eigener Öltanker durch die Straße von Hormus vor, um Energielieferungen aus dem Nahen Osten aufzunehmen. Die Pläne seien abgeschlossen, mit den Durchfahrten werde nach endgültiger Zustimmung der Regierung in Neu-Delhi begonnen, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Angaben zu Zeitpunkt und Umfang der Lieferungen wurden nicht gemacht.

Zuvor hatten bereits einzelne unter indischer Flagge fahrende Flüssiggas-Tanker die Meerenge passiert, darunter im März die Schiffe „Jag Vasant“ und „Pine Gas“. Sie folgten laut Bloomberg einer Route entlang der iranischen Küste, was auf ein vom Iran kontrolliertes Durchfahrtsystem hindeute. Die nun vorbereiteten Fahrten wären den Berichten zufolge die ersten regulären Öltransporte indischer Schiffe seit Kriegsbeginn.

Marine verdoppelt Präsenz in der Region

Die staatliche Reederei Shipping Corporation of India sei bereit, in den Persischen Golf zurückzukehren, sobald die indische Marine grünes Licht gebe und Aufträge von Raffinerien vorlägen, hieß es weiter. Unklar sei, ob der Iran und die USA, die die Meerenge getrennt voneinander blockieren, der Durchfahrt zugestimmt hätten. Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar habe seinen iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi vergangene Woche am Rande eines Brics-Gipfels in Neu-Delhi getroffen, berichtete Bloomberg.

Zur militärischen Absicherung habe die indische Marine die Zahl ihrer Kriegsschiffe in der Region verdoppelt und die Luftaufklärung verstärkt. Schiffe unter indischer Flagge sowie Frachter mit Ziel Indien würden nach dem Verlassen der Meerenge eskortiert.

Iran richtet Behörde für Durchfahrtsgebühren ein

Die Straße von Hormus, durch die vor dem Krieg rund ein Fünftel des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls und Flüssigerdgases lief, ist seit Kriegsbeginn am 28. Februar weitgehend für die kommerzielle Schifffahrt geschlossen. Die US-Marine verhängte am 13. April eine eigene Blockade iranischer Häfen.

Teheran hatte nach Angaben des Nachrichtenportals Euronews am Montag den offiziellen Auftritt einer neuen Behörde namens Persian Gulf Strait Authority bekanntgegeben, die Durchfahrten regeln und Gebühren erheben soll. Schiffseigner müssten Eigentumsnachweise, Versicherungsdaten und Ladungspapiere einreichen und eine Genehmigung beantragen.

Berichten zufolge hätten einzelne Schiffe bereits bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Durchfahrt gezahlt, zahlbar in chinesischen Yuan. Die USA, die Golfstaaten und europäische Länder lehnen das Gebührensystem nach Angaben von Euronews als völkerrechtswidrig ab und verweisen auf das Prinzip der freien Durchfahrt nach dem UN-Seerechtsübereinkommen.

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Indien ist nach Bloomberg-Angaben auf Lieferungen aus dem Nahen Osten angewiesen, da Öl aus anderen Quellen längere Transportwege und höhere Kosten bedeuten würde. Premierminister Narendra Modi habe die Bürger angesichts steigender Ölrechnungen und eines Rekordtiefs der Rupie zum Sparen von Treibstoff aufgerufen.

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