Nach dem Brand im OXY-Hochhaus im Zentrum von Brüssel sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Alle Todesopfer wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft in demselben Aufzug gefunden, der offenbar abgestürzt war. Das bestätigte Valentina Marrocci von der für Arbeitsunfälle zuständigen Staatsanwaltschaft am frühen Dienstagabend gegenüber dem Brüsseler Lokalsender BX1.
Das Feuer war kurz vor 8 Uhr auf der zweiten Etage des Gebäudes am Place De Brouckère ausgebrochen. Rund 250 Arbeiter hielten sich zu diesem Zeitpunkt auf der Großbaustelle auf. Der Brand wirkte zunächst klein und konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden.
Flammen und brennende Teile hatten sich jedoch bereits über einen Aufzugsschacht nach unten ausgebreitet. Im zweiten Untergeschoss entwickelte sich ein weiteres, deutlich heftigeres Feuer. Gegen 9 Uhr brachten die Einsatzkräfte auch diesen Brand unter Kontrolle.
Einsatzkräfte am OXY-Hochhaus am Place De Brouckère in Brüssel. Bei dem Brand wurden sechs Menschen getötet.
© Didier Lebrun/imago
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Arbeiter waren in den Aufzugsschächten tätig
Nach Angaben von BX1 wurden bei dem Feuer zwei Aufzugsschächte beschädigt, in denen zu diesem Zeitpunkt Arbeiter tätig waren. Zwei neu eingebaute Aufzüge blieben in den Schächten stecken. Die Feuerwehr konnte zunächst nur eine kleine Öffnung in eine der Kabinen schlagen. Dort entdeckten die Einsatzkräfte mehrere leblose Menschen. Trümmer, Rauch und die schwer zugänglichen Schächte erschwerten die Bergung über Stunden.
Kurz vor 16 Uhr begann der belgische Zivilschutz damit, die Leichen aus dem Aufzug zu holen. Am frühen Abend stand fest, dass fünf Menschen gestorben waren. Eine der ursprünglich sechs vermissten Personen wurde weiterhin gesucht.
Die Ursache des Feuers ist noch unbekannt. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet.
Zwei Arbeiter mit Verbrennungen im Krankenhaus
Etwa 200 Arbeiter mussten das Gebäude verlassen. Zwei von ihnen wurden mit Verbrennungen in das Militärkrankenhaus Neder-over-Heembeek gebracht. Ein Feuerwehrmann musste wegen einer Überhitzung medizinisch behandelt werden.
Die Stadt brachte die Arbeiter zunächst im Personalrestaurant des nahe gelegenen Verwaltungsgebäudes BruCity unter. Das Rote Kreuz übernahm dort die psychologische Betreuung. Zudem wurden ein medizinischer Einsatzplan und ein psychosozialer Notfallplan aktiviert.
Brüssels Bürgermeister Philippe Close bezeichnete den Brand als ein „Drama, das uns zutiefst berührt“. Seine Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien und den verletzten Arbeitern. Close dankte Feuerwehr, Rettungsdiensten, Polizei und medizinischem Personal für ihren Einsatz unter besonders schwierigen Bedingungen.
König Philippe und Bart De Wever am Unglücksort
Am späten Nachmittag kamen auch Belgiens König Philippe und Ministerpräsident Bart De Wever zum OXY-Hochhaus. Gemeinsam mit Close sprachen sie dort mit Feuerwehrleuten und Rettungskräften.
Innenminister Bernard Quintin erklärte auf X, er sei „entsetzt über das wahre Drama im Herzen unserer Hauptstadt“. Auch der deutsche Botschafter in Belgien, Martin Kotthaus, sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus.
Die Projektentwickler Whitewood und Immobel kündigten ihre vollständige Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden an. „Für uns alle ist dies vor allem eine menschliche Tragödie“, erklärten die Unternehmen laut BX1. Auch der für die Bauarbeiten verantwortliche Generalunternehmer Cordeel Group sagte den Ermittlern seine Unterstützung zu.
OXY-Hochhaus soll Wohnungen, Hotel und Büros beherbergen
Das frühere Centre Monnaie diente bis Ende 2022 unter anderem als Verwaltungsstandort der Stadt Brüssel und als Sitz der belgischen Post. Seitdem wird der Komplex zu einem Gebäude mit Wohnungen, Büros, Hotelzimmern und Restaurants umgebaut. Geplant ist zudem eine Bar auf dem Dach.
Die Arbeiten sollten nach Angaben des Brüsseler Senders BRUZZ im Laufe des Jahres 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen werden.
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