Auf die Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal ist am Donnerstagnachmittag ein Brandanschlag verübt worden. Nach ersten Erkenntnissen versuchte eine Person, an einem Nebeneingang des Gebäudes ein Feuer zu legen, wie ein Polizeisprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte.
Der Brand konnte demnach schnell gelöscht werden. Es sei ein geringer Sachschaden entstanden, verletzt wurde niemand. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.
Afghane laut Polizei tatverdächtig
Nach Angaben der Jüdischen Allgemeinen soll der Täter mehrere mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllte Beutel gegen den Nebeneingang geworfen und diese angezündet haben. Anschließend sei er geflüchtet.
Tatverdächtig ist laut Polizei ein 37 Jahre alter Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit. Er sei polizeibekannt und habe nach ersten Erkenntnissen allein gehandelt. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen, hieß es in einer Mitteilung.
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Forderung nach Sicherheitsvorkehrungen
Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, verurteilte den Angriff. „Was mich zutiefst verstört, ist die Seelenruhe, mit welcher der Täter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgeführt hat“, erklärte Schuster. Das Vorgehen bezeuge eine „fortschreitende Normalisierung des Judenhasses“.
Schuster sieht einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des Anschlags und dem bevorstehenden höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. „Der Zeitpunkt dieses Anschlags ist nicht zufällig gewählt“, erklärte er. Er verwies auf vergangene Anschläge an jüdischen Feiertagen, darunter auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019.
„In drei Tagen beginnt der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur. Alle Synagogen werden voll sein“, sagte Schuster weiter. Er forderte die Sicherheitsbehörden auf, die Sicherheit der Gottesdienste zu gewährleisten. (mit epd)
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