In Brandenburg häufen sich Betrugsfälle zum Nachteil älterer Menschen. Innerhalb weniger Tage meldete die Polizei mehrere Schockanrufe und andere Maschen mit Schäden in fünfstelliger Höhe. Die Behörde gibt außerdem wichtige Hinweise, wie Betroffene sich schützen können.
Die Polizei in Brandenburg verzeichnet derzeit eine Häufung von Betrugsversuchen gegen Senioren. Nach Angaben der Polizeidirektion Süd meldeten sich am Montag in Cottbus mehrfach angebliche Ärzte bei Betroffenen und behaupteten, ein Angehöriger sei schwer erkrankt und benötige eine teure Behandlung. Zu finanziellen Schäden sei es in diesen Fällen nicht gekommen, teilte die Polizei mit.
Millionen-Betrug bei Angelreisen: Ermittlungen gegen Dresdner Reisebüro
Mecklenburg-Vorpommern: Betrug per Fernzugriff auf Computer von Rentner
Falsche Notfälle bei Familienmitgliedern als Masche
Am Dienstag setzte sich die Serie fort. In Cottbus riefen erneut vermeintliche Ärzte bei einer Frau an, deren Sohn angeblich dringend Medikamente benötige. Der genannte Aufenthaltsort in Hessen stimmte laut Polizei tatsächlich – ein Rückruf ergab jedoch, dass der Sohn gesund sei. In Spremberg forderten falsche Polizisten von einem Mann fast 20.000 Euro Kaution, nachdem seine Tochter einen Verkehrsunfall verursacht haben soll. Der Angerufene informierte die echte Polizei.
Erfolg hatten die Täter dagegen in Guben: Dort hob eine Frau nach einem Schockanruf über einen angeblich tödlichen Verkehrsunfall ihres Sohnes mehrere zehntausend Euro von der Bank ab und übergab das Geld einem falschen Polizisten.
Zehntausende Euro von Betrügern erbeutet
Auch aus anderen Landesteilen meldete die Polizei zuletzt Betrugstaten. In Wusterhausen/Dosse im Landkreis Ostprignitz-Ruppin überwies eine 90-Jährige Anfang des Monats einen mittleren fünfstelligen Betrag, nachdem ihr über das Internet eine Auszahlung von 42.000 Euro aus einem Kryptowährungskonto in Aussicht gestellt worden war. Zugriff auf das Konto erhielt sie nicht.
In Oranienburg im Landkreis Oberhavel entwendeten zwei Männer bei einer 81-Jährigen wertvolle Bücher, Münzen und weitere Wertsachen im fünfstelligen Bereich. Sie hatten sich als Interessenten für eine Büchersammlung ausgegeben. In Wittenberge im Landkreis Prignitz verhinderte die Tochter eines 83-Jährigen eine Geldübergabe, nachdem Anrufer 75.000 Euro gefordert hatten, um seiner Partnerin nach einem angeblichen Unfall eine Haftstrafe zu ersparen. Einen Zusammenhang zwischen den Taten sieht die Polizei nach bisherigen Ermittlungen nicht.
Die Polizei rät, sich am Telefon nicht unter Druck setzen zu lassen. Weder Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte noch Ärzte forderten Zahlungen per Anruf. Innerhalb der Familie könnten Codewörter vereinbart werden, um die Identität eines Anrufers zu prüfen. Bei verdächtigen Anrufen solle sofort aufgelegt und der Notruf 110 gewählt werden.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]