Politik

„Untätigster Abgeordneter Deutschlands“? Ärger um Brandenburger BSW-Politiker Hornauf

Die Brandenburger BSW-Fraktion beruft den Abgeordneten Hornauf aus allen Ausschlüssen ab. Zuvor sorgte er immer wieder für Debatten.

Eva Maria Braungart Team News dpa/Eva Maria Braungart
3 Min
Sven Hornauf (BSW) wird aus allen Ausschüssen des Brandenburger Landesparlaments abberufen.

Sven Hornauf (BSW) wird aus allen Ausschüssen des Brandenburger Landesparlaments abberufen.

© Soeren Stache/dpa

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Brandenburg hat den Landtagsabgeordneten Sven Hornauf aus allen Ausschüssen des Landesparlamentes abberufen. „Wir haben entschieden, dass der Abgeordnete Hornauf nicht mehr Mitglied des Innenausschusses ist und auch alle stellvertretenden Ausschussmitgliedschaften nicht mehr ausübt“, sagte der Fraktionsvorsitzende Niels-Olaf Lüders. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen.

„Ich halte das für schade, aber dann ist das so“, sagte Hornauf kurz nach der Fraktionssitzung. Er wolle von sich aus nicht der Fraktion den Rücken kehren. Trotzdem wisse er, dass es auch bei der Sitzung Stimmen gegeben habe, die seinen Fraktionsausschluss forderten. Dieser Vorschlag hat nach Angaben Hornaufs keine Mehrheit gefunden. Im Anschluss habe man sich auf den Ausschluss aus den Ausschüssen verständigt.

BSW-Politiker Hornauf sorgte immer wieder für Kritik

Fraktionschef Lüders ließ die Frage unbeantwortet, ob es innerhalb der Fraktion Stimmen gab, die Hornaufs Ausschluss verlangten. Das seien Interna. Ob ein Fraktionsausschluss damit vom Tisch ist, ließ Fraktionschef Lüders offen. Es gebe keinen Fahrplan und er sehe keinen Grund zur unangemessenen Eile, sagte er.

Hornauf sorgt seit langem für Kritik, weil er immer wieder aus der Linie der Koalition ausschert. So etwa im Dezember 2024, als er wegen Kritik an einer Stationierung des Raketenabwehrsystems Arrow 3 am Fliegerhorst Holzdorf damit gedroht hatte, Dietmar Woidke (SPD) nicht zum Ministerpräsidenten zu wählen. Im Februar stimmte Hornauf für einen Antrag der AfD, obwohl Anträge der Opposition grundsätzlich abgelehnt werden sollen.

Auch der große Koalitionspartner SPD forderte das BSW zur Prüfung möglicher Konsequenzen für Hornauf auf. Am vergangenen Mittwoch bekam der Haushaltsentwurf des Innenministeriums keine Mehrheit, weil er sich bei der Abstimmung im Innenausschuss enthielt. Lüders bezeichnete Hornaufs Verhalten als inakzeptabel, die Fraktion teile diese Einschätzung.

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Wer für Hornauf in die Ausschüsse nachrücken soll und ob er andere Ausschüsse besetzen soll, wolle man noch besprechen. Hornauf verlässt unter anderem die Ausschüsse für Recht und Digitalisierung, Umwelt und Verbraucherschutz und den Haushaltskontrollausschuss. Der Chef der CDU-Fraktion, Jan Redmann, bezeichnete den Schritt als bedenklich. „So was habe ich im Landtag Brandenburg bisher noch nicht erlebt“, sagte er in Potsdam. Er könne beim BSW keine klare Führung der Fraktion erkennen. Dass nun der „vermutlich untätigste Abgeordnete Deutschlands“ in Brandenburg unterwegs sei, halte er für kein gutes Bild in der Außendarstellung. Zum Abgeordneten-Dasein gehöre auch die Mitarbeit in Fachausschüssen.

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