BREMEN, 17. März. Ein führender Vertreter der SPD-Linken, der Bremer Landesvorsitzende Detlev Albers, hat die Wahl von Bundeskanzler Gerhard Schröder zum SPD-Vorsitzenden unterstützt. Albers sagte der "Berliner Zeitung", er begreife den Rücktritt Oskar Lafontaines so, daß dieser selbst eine einheitliche Führung von Partei und Kanzleramt für notwendig halte. Auf die Frage, ob mit der Wahl Schröders Konflikte mit der Parteilinken programmiert seien, sagte Albers: "Ich sehe vor allem die Chance." Er werde den Bremer Delegierten daher empfehlen, für Schröder zu votieren. "Nicht alleine werkeln lassen"Bisher habe nur Willy Brandt in der Zeit von 1969 bis 1974 beide Positionen erfolgreich ausgefüllt, sagte Albers. Diesen Maßstab müsse Schröder jetzt einlösen. "Das sind große Schuhe", sagte Albers. Willy Brandt sei es gelungen, die unterschiedlichen Rollen als Partei- und Regierungschef mit dem Ansatz "Mehr Demokratie wagen" zu verknüpfen. Ähnliche "prinzipielle Markierungen" brauche die Partei auch von Schröder, sagte Albers. Dies könne nur die Politik für mehr Beschäftigung sein. Es sei klar, daß Schröder als Kanzler dieses Ziel nur mit Kompromissen und im Konsens mit den gesellschaftlichen Gruppen umsetzen könne. Auf die Frage, ob Schröder als Parteivorsitzender integrativ genug sei, sagte Albers: "Sonst könnte ich ihn nicht wählen und unterstützen." Die Partei müsse aber mithelfen und dürfe "den Mann an der Spitze nicht allein werkeln lassen". Auf keinen Fall dürfe sich die SPD eine Entscheidung zwischen angebots- und nachfrageorientierter Politik "aufreden" lassen, sagte Albers. "Das würde das Scheitern vorwegnehmen." Mit Blick auf die am 6. Juni bevorstehende Bürgerschaftswahl in Bremen räumte Albers ein, daß das Erscheinungsbild der Bonner Koalition "in der Tat verbesserungsfähig" sei. Die Bremer SPD sehe sich aber imstande, "auch aus eigener Kraft diese Wahl zu gewinnen". (wk.)
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