Infrastruktur

Brückenabriss: Ab dann sperrt Freital die Gutenbergstraße

Die Stadt sieht bei der Spannbetonbrücke ein Restrisiko. Für Schüler der Lessing-Schule in Potschappel wird der Weg etwa 600 bis 1000 Meter länger.

Alexander Angierski
3 Min
Brücke: In Freital wird die Fußgängerbrücke an der Gutenbergstraße wegen eines Restrisikos abgerissen.

Brücke: In Freital wird die Fußgängerbrücke an der Gutenbergstraße wegen eines Restrisikos abgerissen.

© Pressestelle Stadt Freital

Die Fußgängerbrücke an der Gutenbergstraße in Freital wird abgerissen. Die Sperrung beginnt nach Angaben der Stadt voraussichtlich am kommenden Montag, die Abrissarbeiten selbst sind vom 19. Oktober bis voraussichtlich 4. Dezember vorgesehen. Die Fuß- und Radwegverbindung zwischen Gutenbergstraße/Kantstraße und Carl-Thieme-Straße entfällt damit dauerhaft.

Grund ist aus Sicht der Stadt ein Restrisiko, dass die 1965/66 gebaute Spannbetonbrücke über die Bahnstrecke Dresden–Tharandt durch Spannungsrisskorrosion versagen könnte. Auch mit verstärkten Prüfungen und Überwachung lasse sich das Risiko nicht vollständig ausschließen. Sie verweist auf eine ähnliche Problematik an vielen Brücken in Deutschland, darunter die Dresdner Carolabrücke.

Der vorsorgliche Rückbau kostet rund 1,3 Millionen Euro. Freital finanziert ihn zunächst aus eigenen Mitteln.

Zwei Umleitungen ersetzen die Brücke an der Gutenbergstraße

Betroffen sind unter anderem die Schüler der Grund- und Oberschule G. E. Lessing in Freital-Potschappel. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es zwei Umleitungen: über die Wilsdruffer Straße oder über die Unterführung Oberpesterwitzer Straße. Je nach Strecke verlängert sich der Weg um etwa 600 bis 1000 Meter. Die Stadt bittet Schüler und Eltern, für den Schulweg und den Weg zur Turnhalle mehr Zeit einzuplanen.

Auch rund um die Baustelle wird es enger. Die Baustellenlogistik läuft über die Straße „Zur Lessingschule“ und den Parkplatz an der Carl-Thieme-Straße (Porzelline). Dort stehen während der Arbeiten nur eingeschränkt Parkplätze zur Verfügung.

Abriss über den Gleisen während Bahnsperrung im November

Der Teil der Brücke über den Gleisen soll während einer ohnehin von der Deutschen Bahn vorgesehenen Totalsperrung der Strecke vom 6. bis 20. November abgebaut werden. In dieser Zeit wird im Mehrschichtbetrieb gearbeitet. Der Überbau wird mit Schneidtechnik in Segmente zerlegt und mit Kränen herausgehoben; Traggerüsttürme sollen die Bahnanlagen schützen. Anschließend werden die Widerlager zurückgebaut.

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Die Stadt plant an gleicher Stelle einen barrierearmen Ersatzneubau für voraussichtlich rund 3,5 Millionen Euro. Nach derzeitiger Planung wäre der Bau im nächstmöglichen Sperrfenster der Bahn im Jahr 2029 möglich. Voraussetzung sei vor allem, dass der Freistaat Sachsen die bereits beantragten Fördermittel bereitstellt. Oberbürgermeister Uwe Rumberg: „Der Rückbau der Brücke ist keine Entscheidung, die uns leichtfällt.“ Die Sicherheit habe aber oberste Priorität, das Restrisiko eines Bauwerkversagens könne keiner verantworten.

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