Kriminalität

Brutale Attacke auf Schüler in Frankfurt (Oder): Polizei ermittelt gegen zehn Jugendliche

Ein Gewaltvideo zeigt, wie eine Gruppe einen Schüler schlägt und gegen seinen Kopf tritt. Die Polizei hat zehn Verdächtige im Alter zwischen 13 und 15 Jahren ermittelt.

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Beamte der Polizei Brandenburg bei einem Einsatz.

Beamte der Polizei Brandenburg bei einem Einsatz.

© dts Nachrichtenagentur/imago

Brutaler Angriff auf einen Schüler in Frankfurt (Oder): Eine Gruppe Jugendlicher hat am Mittwoch einen Jungen vor einer Oberschule zusammengeschlagen und mehrfach gegen den Kopf getreten. Auch als das Opfer bereits am Boden lag, setzten sich die Angriffe fort. Die Tat wurde gefilmt, die Aufnahmen verbreiteten sich anschließend in sozialen Netzwerken. Inzwischen stehen zehn Kinder und Jugendliche im Fokus der polizeilichen Ermittlungen.

Der Überfall ereignete sich am Nachmittag des 14. Oktober vor der Heinrich-von-Kleist-Oberschule an der Görlitzer Straße. Auf Videos in den sozialen Medien ist zu sehen, wie mehrere Jugendliche den Schüler zunächst umringen und bedrängen. Anschließend schlagen und treten sie auf ihn ein, auch gegen den Kopf. Selbst als der Junge zu Boden geht, lassen die Angreifer nicht von ihm ab.

Die Polizei hält das Video nach eigenen Angaben für authentisch und hat die Aufnahmen als Beweismittel gesichert. Der verletzte Schüler meldete sich noch am Tattag auf einer Polizeidienststelle. Nach Angaben der Polizeidirektion Ost wies er Verletzungen im Gesicht auf.

Polizei ermittelt gegen zehn Kinder und Jugendliche

Nach der jüngsten Mitteilung der Polizei Brandenburg stehen inzwischen zehn Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren unter Verdacht. Sie besitzen die deutsche, polnische, russische oder syrische Staatsangehörigkeit. Ihnen werden gefährliche Körperverletzung und Raub vorgeworfen.

Welche Rolle die einzelnen Tatverdächtigen bei dem Angriff spielten, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Auch zum Raubvorwurf machte die Polizei bislang keine näheren Angaben. Neben dem Videomaterial werten die Ermittler zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung aus.

Da einige der Tatverdächtigen erst 13 Jahre alt sind, ist auch ihr Alter rechtlich von Bedeutung. Kinder unter 14 Jahren sind in Deutschland nicht strafmündig. Die Polizei kann ihre mögliche Beteiligung dennoch untersuchen. Diese Zeitung verzichtet mit Rücksicht auf das Alter des Opfers und der mutmaßlichen Täter darauf, die Gewaltvideos zu zeigen oder auf die Aufnahmen zu verlinken.

Mutmaßliche Angreifer besuchen andere Schule

Die mutmaßlichen Täter stammen nach Angaben der Stadt Frankfurt (Oder) nicht von der Heinrich-von-Kleist-Oberschule, vor der sich der Angriff ereignete.

Wie die Märkische Oderzeitung berichtet, kam es am Donnerstag zu einem größeren Polizeieinsatz an der Oberschule „Ulrich von Hutten“. Einsatzkräfte befragten dort mehrere Jugendliche und nahmen Personalien auf. Die Polizei bestätigte der Zeitung, dass der Einsatz mit dem Angriff vom Vortag zusammenhing. Ob sämtliche zehn Tatverdächtigen die Hutten-Oberschule besuchen, ist bislang nicht bestätigt.

Die Polizei warnt ausdrücklich davor, das Gewaltvideo in sozialen Netzwerken weiterzuverbreiten. Die Veröffentlichung und Verbreitung gewaltverherrlichender Inhalte könne strafrechtliche Folgen haben.

Oberbürgermeister Strasser kündigt Sicherheitsgespräche an

Der Angriff hat auch die Stadtverwaltung alarmiert. Oberbürgermeister Axel Strasser zeigte sich in einer Mitteilung der Stadt vom Freitag erschüttert. Er sei „zutiefst schockiert und wütend über diese Tat und die Intensität der Gewalt“. Der betroffene Schüler werde derzeit psychologisch betreut.

„Dieses Ausmaß an organisierter Jugendgewalt hatten wir bisher in Frankfurt (Oder) nicht“, erklärte Strasser. Der Oberbürgermeister kündigte Konsequenzen an. Kinder und Jugendliche müssten sich in der Stadt sicher fühlen können.

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In Abstimmung mit Brandenburgs Innenminister Jan Redmann hat Strasser Sicherheitsgespräche zwischen Polizei, Stadtverwaltung, Schulbehörden und Schulen initiiert. Auch Vertreter der Staatsanwaltschaft, der Ausländerbehörde und der Schulsozialarbeit sollen einbezogen werden.

Das erste Treffen ist für den 27. Oktober im Rathaus geplant. Dabei soll unter anderem geprüft werden, wie Polizei und Stadtverwaltung im Umfeld von Schulen stärker präsent sein können. Ziel sei es, mögliche Gefährdungen früher zu erkennen und weitere Gewalttaten zu verhindern.

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