Der in der Ostsee vor Rügen entdeckte tote Buckelwal hatte keine äußeren Verletzungen durch Schiffsschrauben oder Netze, befand sich aber in einem schlechten Ernährungszustand. Das seien erste Ergebnisse der am Freitagmittag begonnenen Obduktion, sagte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund der Deutschen Presse-Agentur.
Der Kadaver sei zehn Meter lang und sieben Tonnen schwer. Geschlecht und Alter des Tieres hätten bislang nicht bestimmt werden können. Auch zur Todesursache oder möglichen Krankheiten konnte die Sprecherin zunächst keine Angaben machen. Die Obduktion sollte bis zum Sonnenuntergang andauern, Restarbeiten seien für Samstag geplant. Organe würden entnommen und Proben für Laboruntersuchungen genommen. Weitere Erkenntnisse wolle das Meeresmuseum Anfang kommender Woche bekanntgeben.
Untersuchung bei 30 Grad im Freien
Die rund 15 beteiligten Wissenschaftler arbeiteten bei 30 Grad ohne Schatten, so die Sprecherin. „Sie müssen immer wieder Pausen einlegen.“ Über der Untersuchungsstelle habe ein süßlich-muffiger Verwesungsgeruch gelegen.
Offen sei, ob es sich um jenes Tier handle, das in den vergangenen Wochen mehrfach in Küstennähe gesichtet worden war – zunächst vor Kiel, dann im Hafenbecken von Wismar, vor dem Ostseebad Wustrow und zuletzt am vergangenen Samstag nahe dem polnischen Badeort Międzyzdroje. Fotos der Sichtungen und Merkmale der Schwanzflosse müssten in Ruhe verglichen werden, sagte die Sprecherin.
Zweiter Buckelwal in diesem Jahr
Buckelwale verirren sich nach Angaben des Museums nur selten in die Ostsee, die nicht zu ihrem natürlichen Lebensraum zählt. Nach dem internationalen Verbot des kommerziellen Walfangs 1986 hätten sich die Bestände im Atlantik erholt. Museumsdirektor Burkard Baschek sagte im Sender News 5 live, in den Statistiken der Walfunde der vergangenen drei Jahrhunderte in der Ostsee gebe es eine 150 Jahre lange Pause, die eindeutig auf die zurückgegangenen Bestände durch den Walfang zurückzuführen sei.
Costa Rica: Sieben Festnahmen bei Razzia gegen Auftragskiller in Limón
Umfrage: Mehrheit erwartet Ende von Klingbeils Parteivorsitz
Es ist bereits der zweite Buckelwal in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns in diesem Jahr. Im Frühjahr war vor der Insel Poel ein zwölf Meter langes Tier gestrandet, das nach einer aufwendigen Transportaktion tot vor der dänischen Insel Anholt angespült wurde. Der Wal aus dem Greifswalder Bodden war am Donnerstagmorgen auf dem Rücken treibend gefunden worden. Zu diesem Zeitpunkt sei das Tier bereits einige Stunden tot gewesen, sagte die Sprecherin. (mit dpa)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]