„Ich bin homosexuell und ich habe Angst“, beginnt ein junger Bürger seine kurze Rede in der ARD-Wahlarena. Er ist aufgefordert worden, Alice Weidel, Kanzlerkandidatin der AfD, eine Frage zu stellen. Zuvor hatten bereits Friedrich Merz, Kanzlerkandidat der Union, und Bundeskanzler Olaf Scholz jeweils 30 Minuten Zeit, um mit Bürgern unterschiedliche Fragen zu diskutieren. Nun ist Weidel an der Reihe.
Nachdem der junge Mann über seine Sorgen gesprochen hat, legt er nach und formuliert eine Warnung: „Übrigens sollten Sie auch Angst haben.“ Alice Weidel erkundigt sich, wieso dem so sein sollte. „Mitglieder Ihrer Partei wollen die Homosexuellen ins Gefängnis und ins KZ stecken. Wie können Sie Mitglied dieser Partei sein? Das frage ich mich schon die ganze Zeit.“ Der junge Mann ist Vorstand der Grünen Hameln.
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Weiter führt der junge Mann aus, dass Weidel ein „echtes Glaubwürdigkeitsproblem“ habe. „Warum wollen Sie diese Politik dann umsetzen, wenn Sie für alles stehen, was die AfD bekämpfen will?“, fügt er hinzu.
„Ich glaube, dass wir den jungen Menschen, vor allem Ihnen, eine Perspektive bieten müssen“, beginnt die AfD-Kanzlerkandidatin ihre Antwort. „Darum ist unser Wähleranteil vor allem bei jungen Menschen, wie bei Ihnen, sehr hoch, und das auch zurecht.“ Es sei wichtig, dass junge Menschen ohne Verbote aufwachsen und in Freiheit leben. Auf die Vorwürfe und die Aussage, dass die AfD homosexuelle Menschen „ins KZ stecken“ will, geht Weidel nicht ein.
In der zweistündigen Sendung wurden alle vier Kanzlerkandidaten – Friedrich Merz, Olaf Scholz, Alice Weidel, Robert Habeck – von 150 Bürgern befragt. Moderiert wurde die Sendung von den Moderatoren Jessy Wellmer und Louis Klamroth. Das BSW mit ihrer Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht wollte vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die Teilnahme an der Sendung einklagen. Wenige Stunden vor Beginn der Sendung wurde die Verfassungsbeschwerde zurückgewiesen.
Der WDR, der für die Produktion der Sendung verantwortlich ist, argumentierte, dass nur Kandidaten eingeladen wurden, deren Partei bei aktuellen Umfragen deutlich oberhalb von zehn Prozent liegt. Das BSW liegt derzeit jedoch nur bei etwa fünf Prozent.
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