Bürgermeister Birkholz will eine neue Touristenattraktion schaffen / SPD signalisiert Zustimmung

Sponsor für den Rathausturm gesucht

Christian Kersten
2 Min

Besucher Spandaus, die aus luftiger Höhe einen Blick über den Bezirk, der die Nikolaikirche einschließt, und das angrenzende Havelland werfen wollen, müssen nach Charlottenburg zum Glockenturm am Maifeld fahren. Derzeit ist nur der Nikolaiturm für Besucher geöffnet begrenzt auf vier Führungen pro Woche im Sommer.Dabei würde sich auch der Turm des Rathauses in der Altstadt für einen Panoramablick sehr wohl anbieten. Doch der 81 Meter hohe Turm ist seit Jahrzehnten verwaist, der bauliche Zustand des Treppenhauses und des Fahrstuhls lassen ein Betreten des Bauwerkes nur in Ausnahmefällen zu. Eine ständig geöffnete Attraktion für die Einwohner des Bezirkes und seine Gäste kann er auf diese Weise allerdings nicht darstellen.Nun haben die Bezirksverordneten der CDU einen neuen Vorstoß unternommen, den Turm öffentlich zugänglich zu machen. Das Bezirksamt soll prüfen, ob das Wahrzeichen Spandaus saniert und dort vielleicht sogar ein Café eingerichtet werden kann. Und die Sozialdemokraten stimmten diesem Prüfantrag auch zu.Doch angesichts der leeren Bezirks- und Landeskassen müßte schon ein privater Investor gefunden werden, um den von der Bauaufsicht gesperrten Turm wieder begehbar zu machen. "Ich kann mir nicht vorstellen, daß sich ein Interessent für ein solches Projekt findet", sagte SPD-Fraktionschef Thomas Kleineidam zweifelnd. So wird der 1913 fertiggestellte und nach Kriegsende umgestaltete Turm wohl weiter lediglich als Nistplatz für einen Spandauer Turmfalken dienen.Doch ein Café könnte sich zumindest Bürgermeister Konrad Birkholz (CDU) auch an einem anderen Ort in Rathausnähe vorstellen. "Ich würde mir den Bau eines großen Wintergartens als Veranstaltungsort mit Gastronomie auf dem oberen Parkdeck des Parkhauses Stabholzgarten direkt hinter dem Rathaus wünschen", sagte Birkholz. Dafür wären aber jetzt zunächst Verhandlungen mit dem neuen Eigentümer des Parkhauses, der Firma Conti, notwendig. Für die dortige Einrichtung einer solchen Veranstaltungshalle mit Café oder Restaurant hatte sich Birkholz schon vor Jahren beim bezirklichen Stadtplanungsamt eingesetzt. Das hatte den Vorschlag aber abgelehnt, da angeblich so der Blick von der Havel auf das Rathaus verbaut worden wäre, sagte Konrad Birkholz, noch heute verständnislos.Doch der erneute Vorstoß des Bezirksbürgermeisters findet zumindest "offene Ohren" bei Spandaus neuem SPD-Chef Swen Schulz. "Einen gläsernen Wintergarten auf dem oberen Parkdeck halte ich für einen überlegenswerten Vorschlag", sagte der Kommunalpolitiker. Er hatte erst vor kurzem (wir berichteten) die Einrichtung einer Halle für Großveranstaltungen in Spandau gefordert.

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