Südkorea

Hai will nicht zurück ins Meer: Bukang-i entwischt aus Spezialnetz

Seit mehr als zwei Wochen schwimmt der Hai in Busans Hafenkanal. Der zuvor kaum besuchte Ort verzeichnet nun zehntausende Besucher.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Einsatzkräfte der Küstenwache versuchten, den  Hai „Bukang-i“ mit einem Netz ins offene Meer zu leiten.

Einsatzkräfte der Küstenwache versuchten, den  Hai „Bukang-i“ mit einem Netz ins offene Meer zu leiten.

© Yonhap/imago

Ein rund 3,5 Meter langer Hai zieht auch an diesem Sonntag weiter seine Runden im Kanal des Hafenparks North Port Waterfront Park im südkoreanischen Busan. Nach einem zweiten gescheiterten Rettungsversuch kehrte das Tier mit dem Spitznamen Bukang-i in den inneren Teil des Kanals zurück, wie die Zeitung Seoul Economic Daily berichtete.

Seit 17 Tagen hält sich der Hai nun in dem Wasserweg auf. Die Behörden wollen vorerst nur noch beobachten.

Netz verfing sich am Grund

Nach Angaben der Stadtverwaltung Busan, der örtlichen Küstenwache und weiterer beteiligter Stellen hatten Einsatzkräfte am Donnerstag nahe der vierten Fußgängerbrücke des Parks ein Netz von 50 Metern Länge und 6,8 Metern Höhe gespannt. Von dort aus verschoben sie die Sperre, um das Tier in Richtung offenes Meer zu drängen.

Rund 100 Meter vor dem Ausgang des Kanals musste die Aktion abgebrochen werden. Das Netz habe sich wiederholt am felsigen Grund verhakt, und der Hai habe keine Anstalten gemacht, hinauszuschwimmen, berichtete das Seoul Economic Daily.

Die Einsatzkräfte verankerten das Netz zunächst, um sein Zurückschwimmen zu verhindern. Doch gegen Mittag des Folgetags umschwamm der Hai die Sperre. Vermutlich sei er bei Flut durch eine Lücke am oberen Rand des Netzes geschlüpft, hieß es. Das Netz wurde inzwischen entfernt.

Verirrt auf Beutejagd

Die Behörden wollen nun prüfen, ob der Hai selbst Nahrung findet und eigenständig ins Meer zurückkehrt, bevor über einen weiteren Einsatz entschieden wird. Das staatliche Fischereiforschungsinstitut beobachtet das Tier weiter per Drohne.

Nach Einschätzung von Fachleuten geriet der Hai vermutlich auf Beutejagd in den Kanal und verlor dort die Orientierung. Der Wasserweg ist bei Flut 4,5 Meter tief, bei Ebbe nur 1,5 bis 2,5 Meter. Laut der Zeitung Korea Times wird das Auftauchen des Tieres auch mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht: Beutefische zögen wegen steigender Wassertemperaturen weiter nach Norden, die Haie folgten ihnen.

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Großer Besucherandrang

Der zuvor wenig besuchte Hafenpark ist seit dem ersten Auftauchen des Hais am 18. September zum Publikumsmagneten geworden. Statt der sonst üblichen rund 2000 Besucher pro Tag kamen am Samstag nach Angaben der Stadt 72.000 Menschen. Insgesamt zählte die Anlage in weniger als 20 Tagen etwa 830.000 Besuche.

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